OB - ohne Bedeutung …

21. Mai 2012

… oder warum die Kandidatenfindung der Überwindung von Skylla und von Charybdis gleicht

Am 01. Juli 2012 findet in Konstanz die Wahl des Oberbürgermeisters statt. Amtsinhaber Horst Frank tritt nach 16 Jahren nicht mehr an. Nachdem Frank dies im vergangenen Jahr bekannt gegeben hatte, wartete die Öffentlichkeit gespannt, wer sich als Kandidat outen würde. Es geschah aber nichts. Selbst die ausländische Presse fragte sich, weshalb niemand in dieser „Perle“ am Bodensee oberster Verwaltungschef werden wolle.

Gerüchte machten die Runde und wurden ebenso schnell dementiert, wie potenzielle Kandidaten von der politisch parteiischen Lokalpresse demontiert wurden. Zwar haben sich inzwischen ein gutes Dutzend Bewerber vorgestellt, doch ein wirklich „heißer“ Kandidat, also ein Favorit, ist nicht darunter. Das Fehlen eines solchen hat meines Erachtens einen tieferen Grund.

weiter…

Die Bundeswehr übt irgendwie Katastrophenschutz

15. Mai 2012

Nächste Woche, am 24. Mai 2012, findet u.a. in Konstanz die trinationale Katastrophenschutzübung Terrex 12 statt. Simuliert werden sollen in Konstanz Hangabrutsche, Treibholz auf dem See und Rhein, ein sinkendes Passagierschiff und ein Großbrand.

Über Übungskünstlichkeiten, die Szenarien etc. will ich mich nicht äußern, sondern über die Pressewahrnehmung dieser Katastrophenschutzübung. In fast allen Presseartikeln über das Thema stand zumeist ein Satz wie „An diesem Tag plant das Militär eine trinationale Katastrophenschutzübung“ (Südkurier online vom 10.01.2012). Andere missverständliche Formulierungen finden sich zuhauf.

Sätze wie der o.g., bringen die Unwissenheit und das Rechercheunvermögen so mancher „Qualitätszeitung“ zum Ausdruck, man verzeihe mir meinen Sarkasmus an dieser Stelle, und führen in der Öffentlichkeit zu einer Fehlwahrnehmung, nicht nur der Übung selbst, sondern auch der rechtlichen Gegebenheiten.

weiter…

Klassiker der SF: Die Mars-Chroniken

15. Mai 2012

„Die Mars-Chroniken“ (im eng. Orig.: The Martian Chronicles) ist ein „Roman“ von Ray Bradbury aus dem Jahr 1950. Roman steht deshalb in Anführunsgzeichen, weil das Buch eine in Romanform gebrachte Zusammenstellung von Kurzgeschichten ist, die er zwischen 1946 und 1950 veröffentlichte.

„Die Mars-Chroniken“ ist streng genommen keine Science-Fiction, im klassischen Sinne, und fällt eher in das Genre Dystopie. Bradbury beschreibt die Kolonisierung des Mars analog zur Kolonisierung des Wilden Westens, wobei die indigene Bevölkerung des Mars, die Marsianer, für die amerikanischen Ureinwohner stehen. Zu Beginn wechselt die Erzählperspektive zwischen der der Marsianer und der Menschen.

weiter…

Giraffenhals und Entenschnabel

24. April 2012

Die Geschichte der Bodensee-Nessy

Durch Zufall stieß ich auf das Buch „Der Fisch“ von Ulrich Magin. Nach dem Lesen des Abstracts, sah ich gewisse Parallelen zu meinem Storyprojekt. Meine Angst, ich könnte die gleiche Story wie Magin schreiben, zerstob schon nach wenigen Seiten, denn Magin setzt andere Akzente.

Magin schreibt einen Öko-Thriller deren einziger roter Faden die „Nessy vom Bodensee“ ist, im Buch natürlich „Boddy“ genannt. Die Idee an sich, ein Bodensee-Ungeheuer als Aufmacher für den Hinweis auf ökologische Veränderungen in der Bodenseefauna zu nutzen, ist nicht schlecht, denn auf diese Weise lassen sich Wissenschaft und Unterhaltung bestens in Einklang bringen.

weiter…

Neue Baustelle

20. April 2012

Manchmal könnte ich mich über mich selbst aufregen. Ich habe eine neue Baustelle angefangen. Mehr durch Zufall bin ich auf einen Schreibwettbewerb von VFR e.V. mit DLR e.V. und ASTRIUM GmbH aufmerksam geworden (Klick mich, ich bin ein Link). Bis Ende Juni soll eine Kurzgeschichte zum Thema Transneptun (oder Transpluto) eingereicht werden. Maximal erlaubt sind 20.000 Zeichen. Ganz schön wenig, oder? Ich bin ja schon ein wenig kreativ und sogleich sprudelten die Worte aus mir heraus. Allerdings bin ich jetzt schon bei 12.000 Zeichen. Gibt es Freiwillige, die meine Geschichte “Gegenlesen” würden?

Thriller nach dem Baukastenprinzip

11. April 2012

Rezension zu „Nullpunkt“ von Lincoln Child

Die Bücher des Autorenduos Douglas Preston und Lincoln Child verschlinge ich ähnlich schnell, wie die von Dean Koontz. Child hat vor einiger Zeit nun seinen Solothriller Nullpunkt publiziert. (Der Film „Das Relikt“ basiert auf einem Buch des Autorenduos).

Die Story

Eine Gruppe Wissenschaftler einer Universität untersucht in Alaska einen Gletscher. Dazu haben sie sich auf der ehemaligen Militärstation „Fear Base“ eingerichtet. Gesponsert wird der Aufenthalt von dem wissenschaftlichen Fernsehkanal „Terra Prime“, der exklusive Verwertungsrechte an den Ergebnissen der Forscher besitzt. Hauptaugenmerk liegt auf einem, den einheimischen Tunit heiligen, vergletscherten Berg, der, durch das Abbrechen eines Teils des Gletschers, ein Geheimnis Preis gibt.

weiter…

Das Seltsame als Mittelpunkt des Leseinteresses

10. April 2012

Bemerkungen über die Odd Thomas Quadrologie von Dean R. Koontz

Nein, dies ist keine Rezension, denn bei der Buchreihe, bestehend aus vier Büchern, über die ich an dieser Stelle einige Worte verlieren möchte, wäre eine Rezension zunächst einmal sehr lang. Außerdem, und das ist mein Hauptargument, habe ich die Reihe über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren gelesen, sodass ich zwar noch den Inhalt zusammenbekomme, für eine an eine Rezension heranreichende Analyse reichen meine Erinnerungen jedoch nicht mehr aus.

weiter…

Nationalism and fire brigade are connected by the Turner

4. April 2012

Talking about German nationalism and the origins of the German stat is to think about the Turner movement (Turner = gymnast). Additionally this is valid for the origins of the ‘Freiwillige Feuerwehr’.

The father of the Turner

The gymnast movement was part of the emerging idea of a German national state. It’s important to know that there was never one big German state in the past. At the beginning of the 19th century there were dozens or hundreds of German states. Most of them were very small. The revolution of 1789 in France spread ideas like liberty, equality and fraternity throughout Europe. Once seeded the ideas established themselves in peoples’ minds.

After Napoleon had defeated the German states, the people were unhappy to be ruled by him. Most people in ‘Germany’ assumed that there would be war against France, but they didn’t take measures to prepare, except for Friedrich Ludwig Jahn, called ‘Turnvater’ (gymnast father).

weiter…

Abgefahren, cool, famos

26. März 2012

Bemerkungen zu Dan Simmons literarischem SF-Epos Illium

Es gibt wenige Bücher, die ich, angefangen zu lesen, nicht mehr aus der Hand geben wollte, wie z.B. Dmitry Glukhovskys Metro 2033, Ken Folletts Tore der Welt oder eben Dan Simmons’ Illium. Über letzteres will ich ein paar Worte verlieren.

Illium ist der erste Teil eines zweibändigen Projekts, das antike Geschichte und Science Fiction in einzigartiger Weise vermischt und als alternative oder Parallelweltgeschichte neu erzählt. Das Buch in all seiner Vielschichtigkeit zusammenzufassen (oder zu erfassen), ist kaum möglich. Und, das sei vorweg gesagt, das Epos wirkt zunächst absurd.

weiter…

SF gesucht und nicht gefunden

25. März 2012

Gestern war ich, nur so aus Neugier, in der Fanatsy/SF-Ecke einer Buchhandlung. Kaufen wollte ich nichts, einfach nur mal schauen, was dort im Regal steht. Was ich dort dann habe stehen sehen, hatte meiner Meinung nach mit Science Fiction wenig bis nichts mehr zu tun, auch wenn über den beiden Regalen “Science Fiction/Fantasy” zu lesen stand. Die meisten Schriftstücke handelten von und über Drachen, Orks, Elfen, Vampire und so Zeug. Ich habe gerade einmal vier SF-Bücher gefunden. Andere Bücher gehören, meiner Meinung nach, überhaupt nicht in die Ecke, z.B. eine Geschichte über einen Pestausbruch in Manhatten.

Nun ja, das scheint wohl der Zeitgeist zu sein. Die große Masse liest, in Zeiten von Twilight und Co., lieber Fantasy. Gut, ich möchte mich von diesem Trend nicht gänzlich ausschließen, denn Bücher von Dean Koontz, Stephen King oder Dmitry Glukhovsky befinden sich an Genregrenzen und sind weder wirklich SF, noch Fantasy oder Horror. Allerdings sehe ich auch bei Amazon, dass zunehmend für mich SF-untypische Bücher als SF geführt werden. Vielleicht ist an der These, dass es mit der klassischen SF nicht weitergeht, doch etwas dran.