Archive for the ‘Schriftstellerei’ Category

Brandbekämpfung 2.0

Montag, Mai 30th, 2016

******Die Nachfolgende satirische Kurzgeschichte wurde von mir am 30. Oktober 2007 im Feuerwehr Weblog unter dem Titel „Brandbekämpfung auf dem Weg in die Zukunft“ veröffentlicht und ist in Teilaspekten mittlerweile von der Realität überholt, wie hier und hier nachzulesen ist. Bis auf kleinere Korrekturen orthografischer und grammatikalischer Art, übernehme ich die Kurzgeschichte unverändert. ******

„Dieses Gerät wird die Arbeit der Feuerwehr revolutionieren“, sagte Apple CEO Steve Jobs auf der diesjährigen Febit – der Feuerwehrausstellung präsentiert von Bitburger -, als er das neue iFeuerwehr vorstellte. iFeuerwehr revolutioniert das Feuerwesen. Durch intuitive Benutzerführung auf einem Touchscreen soll den Feuerwehrmännern die Arbeit erleichtert werden. Auch andere Hersteller, wie Microsoft und Google drängen auf das Gebiet „Feuerwehr 2.0“.

„iFeuerwehr ist kein eigenes Gerät, es beschreibt mehr ein Prinzip“, erklärte Jobs. Mithilfe der sensitiven Touchscreen-Oberfläche und spezieller Software können die Feuerwehrleute Strahlrohre, Pumpen und ganze Löschzüge steuern. So besitzt das iHSR keine mechanischen Teile mehr. Mit Hilfe des QuadCore-Prozessors und 2048 Megabyte RAM, bietet das iHSR drei vorprogrammierte Einsatzszenarien: Vollstrahl, Sprühstrahl und Mannschutzbrause. Apple sieht damit die häufigsten Anwendungsbereiche abgedeckt. Die angereisten Feuerwehrleute und die Fachpresse überschlugen sich in geblendeter Begeisterung.

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Notwendig um zu Überleben

Dienstag, Mai 17th, 2016

Kürzestgeschichte aus dem METRO2033-Universum

Dunkelheit umfing mich. Anders als in der vergangenen Epoche flößte sie mir keine Furcht, kein Grauen und keine Panik ein. Dunkelheit ist Teil des Jetzt, ein Brocken des Seins und Alltag. Klar, ich kenne Ranger, die sind stolz auf ihre Nachtsichtgeräte, Restlichtverstärker und alle ihre technischen Spielzeuge, aber letztlich weiß man nie, ob die ganze Technik in ein paar Tagen oder Wochen, oder vielleicht nächstes Jahr noch funktionieren wird. Ich dagegen setzte auf den Tastsinn. In den langen, finsteren Tunneln gewöhnt man sich daran, wenig zu sehen, umso empfindlicher sind Ohren und der Tastsinn. Das ist der Grund, weshalb ich auf meinen weißen Langstock schwöre, der mir auch dann sicher den Weg weisen wird, wenn die Ranger über das Nichtfunktionieren ihrer ganzen Technik fluchen werden. Ich glaube früher, damals, vor der großen Dunkelheit, benutzten Menschen, die wirklich nichts sehen konnten, diesen Stock, um sich auf den Straßen zu orientieren. Straßen, noch so ein Relikt der alten Zeit, wenn auch äußerst nützlich, wenn man mal einen Abstecher an die Oberfläche machen muss. Zwar sind diese erdpechartigen Schneisen zwischen den Gerippen ausgebrannter Häuser in einem desolaten Zustand, dennoch bieten Sie ein schnelleres Vorwärtskommen, als das Tasten mit dem Langstock in den Höhlen unter der Erde. Allerdings rate ich jedem, nicht ohne Schutz nach draußen zu gehen. Ich hatte Glück, in einem alten Versorgungsbunker der Streitkräfte fand ich einen unbeschädigten Anzug, der aus, ich glaube das heißt, Gummi besteht. Auf der Kiste stand Zodiak, oder so ähnlich. Keine Ahnung, ob das der Name des Trägers war oder einfach nur ein Wort. Meine Erinnerungen an das Damals lassen von Tag zu Tag nach. Jedenfalls, in dem Anzug wird mir zwar schnell warm, aber er schützt recht gut und die Überreste irgendwelcher Kreaturen, die mir in den endlosen Häuserschluchten vor die Flinte laufen, gehen mit ein wenig Wasser ganz gut ab. Ich kann auch mal stürzen, ohne dass mein Schutz dahin ist. In letzter Zeit muss ich aber den Anzug auch im häufiger „da unten“ anziehen. Radioaktivität und anderes, widerliches zeug, dringt immer tiefer in die Schächte vor. Ich habe mal gehört, dass es eine Zeit gab, da stand mein liebstes Werkzeug unter starkem Beschuss, also nicht wörtlich, sondern eher, ja, wie soll ich das sagen, es wurde mit Worten beschossen, weil es nichts taugen würde, oder so. Aus der Praxis kann ich allerdings sagen, dass ich das nicht bestätigen kann. In fand es ebenfalls in besagtem Bunker – mein Sturmgewehr. Es hat irgendeine Abkürzung mit G oder so, aber das ist mir egal, zweitrangig, Hauptsache es funktioniert. Es leistet mir treue Dienste. Ich wehre damit die verstrahlten Monster an der Oberfläche genauso ab, wie ich mich gegen Diebe im Untergrund durchsetze und mich und meine wenigen Habseligkeiten schütze. Nun ja, manchmal benutze ich es auch, um mir etwas zu Essen zu beschaffen. Aber dafür sind Werkzeuge nun mal da. Ich muss zurück, nach unten, in die Dunkelheit, aber ohne Langstock, Zodiak und mein Sturmgewhr könnte ich hier, in dieser verstrahlten Welt, in der der Homo Sapiens dem Untergang geweiht ist und in der das wahre Antlitz des Menschen, seine grauenhafte Fratze, tagtäglich zu sehen, zu erleben ist, nicht überleben.

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Soweit ein kleine im METRO2033-Universum angesiedelte Kürzestgeschichte. Die ich relativ schnell im Mai 2016 zu Blatt gebracht habe (um damit an einem Gewinnspiel teilnehmen zu können). Kommentare sind – wie immer – gerne erwünscht.

Die Stille der Entdeckung

Dienstag, April 26th, 2016

Eine Kurzgeschichte

„Räumst Du bitte Deine Spielsachen auf“ rief Christiane ihrem Sohn genervt hinterher, während dieser an ihr vorbeiflitzte, um dem Unvermeidlichen, dem Aufräumen, zu entfliehen.

„Ich spiele Raumschiff. Schuuuuuuuu“, entgegnete er und flog beinahe die Treppe hinauf, die zu seinem Zimmer führte.

„Gut, wenn Du nicht willst, dann gibt es eben kein Mittagessen“, murmelte Christiane dem nimmermüden Gassenfeger erschöpft nach. Seitdem er zu seinem Geburtstag ein Spielzeugraumschiff von Playmobil geschenkt bekommen hatte, spielte er mit fast nichts anderem mehr. Christiane zuckte mit der Schulter. Jeden Tag das gleiche Drama mit Elias, der, obwohl erst drei Jahre alt, einen Kopf wie Stahlbeton hatte, nie das wollte, was seine Mutter von ihm verlangt. Kinder eben.

„Was soll’s. Dann esse ich eben alleine“, brummte die Mittdreißigerin, nahm ihren Teller mit Spaghetti und setzte sich auf das Sofa, wissend, dass mit der langen italienischen Teigware immer genau das passiert, was man tunlichst vermeiden will.  „So ein Sch…eibenkleister“ konnte Christiane ihren Zorn über den roten Fleck, der ihr vom weißen Sitzpolster entgegenlachte, gerade noch in neutrale Worte verpacken. Auch in einer Zeit vollautomatisierter Haushalte, die auf Zuruf nahezu alles erledigten, ersetzte den Putzlappen noch immer keine zufriedenstellende Erfindung.

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Die Geister der Vernetzung

Dienstag, Januar 14th, 2014

Eine Kurzgeschichte, inspiriert durch die Übernahme von Nest Labs durch Google

(sc). „Piiiieeeeeepppp Piiiiieeeeeppp Piiiiieeeeeppp!“ Ein markerschütternder, lästiger, hoher Piepton ließ mich aus dem Bett fahren. Ein Ton, der selbst Hunde in den Wahnsinn treiben würde. Augen auf. Dunkel. Kein Licht. Nichts zu sehen. Große Verwirrung erfasste mich. Wo bin ich? Was mache ich hier? Ein kurzer Blick in das dunkle Zimmer, links, rechts, oben, unten, bestätigte meine unterbewusste Vermutung, ich lag doch nicht im Sand, das beruhigende Rauschen des Meeres in den Ohren. Kein Urlaub. Keine Sonne. Kein Ausspannen. Tschüß angenehmer Traum, willkommen in der Realität.

„Piiiieeeeeepppp Piiiiieeeeeppp Piiiiieeeeeppp!“ Aufrecht im Bett sitzend, die mollige Wärme der Bettdecke einbüßend, wehrte sich mein Trommelfell mit aller Macht gegen den schallenden Gesang der maschinellen Musikinterpretation. Was dröhnt derart nervtötend? Was reißt mich mit diesem prahlerischen Klang aus dem Schlaf? Was tanzt mir da gellenend, mit schrillen Hall im Ohr herum? Ich warf die Bettdecke in hohem Bogen zurück, eine Kältewelle erfasste meine nackten Füße. Statt im warmen Sandstrand zu baden, schwang ich meine Füße auf den kalte Oberfläche meines Parkettbodens. Vorsichtig tastete ich mich durch das Zimmer. Wie ein Blinder forderte ich meine Sinne heraus. Wie eine Fledermaus wollte ich der mir in den Weg stellenden Gegenstände Gewahr werden.

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Future Writing Challenges

Mittwoch, Juli 18th, 2012

I always dreamed of being able to write a science fiction story. In the past I hadn’t found time until I started the project this year. For several weeks I’ve been working on four science-fiction short stories. One is finished and I sent it to a competition contest; the rest are still in progress.

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Neue Baustelle

Freitag, April 20th, 2012

Manchmal könnte ich mich über mich selbst aufregen. Ich habe eine neue Baustelle angefangen. Mehr durch Zufall bin ich auf einen Schreibwettbewerb von VFR e.V. mit DLR e.V. und ASTRIUM GmbH aufmerksam geworden (Klick mich, ich bin ein Link). Bis Ende Juni soll eine Kurzgeschichte zum Thema Transneptun (oder Transpluto) eingereicht werden. Maximal erlaubt sind 20.000 Zeichen. Ganz schön wenig, oder? Ich bin ja schon ein wenig kreativ und sogleich sprudelten die Worte aus mir heraus. Allerdings bin ich jetzt schon bei 12.000 Zeichen. Gibt es Freiwillige, die meine Geschichte “Gegenlesen” würden?

… irgendwie war alles schon mal da

Donnerstag, März 22nd, 2012

Nachdem ich mich vor einiger Zeit endlich aufraffen konnte, mit den Recherchen zu verschiedenen Kurzgeschichten (oder wie immer man das zwischen Buch und Kurzgeschichte bezeichnen mag) zu beginnen, und auch den ein oder anderen Gedanken niederzuschreiben, hat sich meine Liste mit potenziell wichtigen Büchern vervielfacht. Man muss natürlich unterscheiden zwischen Sachbüchern und Belletristik. Die Liste interessanter Bücher aus dem Bereich Utopie/Dystopie/Science Fiction wird momentan länger und länger. Sicher, es gibt viel „unbedeutende“ Literatur in diesem Bereich, dennoch finden sich immer wieder interessante Themen. Dass man nicht umhin kommt, einen Blick in das ein oder andere Buch zu werfen, versteht sich von selbst. immerhin möchte man ja vermeiden, etwas zu schreiben, was vorher schon einmal jemand zu Papier gebracht hat.

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