Archive for the ‘BOS’ Category

“Verschon mein Haus, Zünd andre an!”

Montag, Mai 4th, 2015

Weingarten (Württemberg), Feuerwehr mit Wandgemälde "St. Florian" Fotograf: Andreas Praefcke (C 3.0) / Quelle: Wikimedia Commons Wie am Feuerwehrgerätehaus in Weingarten (Württemberg), zeigen viele Feuerwehrhäuser ein Abbild von “St. Florian”. Fotograf: Andreas Praefcke (CC 3.0) / Quelle: Wikimedia Commons.

Beim Funken rufen wir ihn an und bitten symbolisch um seinen Beistand. Die Rede ist von dem heiligen St. Florian. Im Feuerwehrwesen begegnen wir ihm darüber hinaus ebenso als Plastik, als Gemälde oder als Wandmalerei auf unzähligen Feuerwehrhäusern. St. Florian wird meist dargestellt als römischer Legionär mit Fahne, Wasserschaff und mit einem Mühlstein um den Hals. Aber was hat St. Florian mit dem Feuerlöschen zu tun? Weshalb ist St. Florian der Schutzpatron der Feuerwehrleute? Ein (längerer) Erklärungsversuch, anlässlich des heutigen Namenstages von Florian.*

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Den Spickzettel als Vorbild

Dienstag, Juli 8th, 2014

Interview mit Andreas Gattinger,
dem Autor von
„Führungshilfen für Feuerwehr-Einsatzleiter“

Wie bist Du auf die Idee gekommen, eine Sammlung mit Führungshilfen zu erstellen?

Die Idee für diese Sammlung entstand als Notbehelf, um bei Übungen bestimmte Mechanismen zu erklären. Die allererste „Taschenkarte“ war eine Skizze auf meinem DINA6 Notizblock, um die lose und feste Rolle sowie deren Kräfteverhältnisse einfach darzustellen. Direkt im Anschluss kamen noch “spezifische Gewichte von Materialien” und eine Bildersammlung für Maßnahmen bei einem S-Bahn-Unfall dazu.

Ich ergänzte diese Loseblattsammlung während meines Gruppenführerlehrgangs um Merkregeln wie „GAMS“ und „AIRBAG“. Ab diesem Augenblick kamen immer mehr Themen zusammen.

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Gedankenstütze für die Einsatzjacke

Mittwoch, Juni 25th, 2014

Rezension von Andreas Gattingers Führungshilfen für Feuerwehr-Einsatzleiter

AIRBAG, AUTO, GAMS, HAUS … mittlerweile existieren unzählige Merkregeln, wie man sich standardisierte Techniken und Taktiken ins Gedächtnis rufen kann. Zusätzlich gibt es viele weitere Informationen und Hinweise, die ein Feuerwehr-Einsatzleiter wissen sollte. Aber mal ehrlich, wer kann sich das schon alles merken?

Andreas Gattinger sammelte zahlreiche Checklisten, Gedankenstützen, Merkregeln, um diese in gebündelter Form als ergänzende Hilfestellung nutzen zu können. Daraus entstand das nun in zweiter, überarbeiteter und erweiterter Auflage erschienene Ringbuch Führungshilfen für Feuerwehr-Einsatzleiter.

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Beschaffung ist kein Selbstzweck

Freitag, April 11th, 2014

Rezension des Buchs Persönliche Schutzausrüstung aus der Reihe Einsatzpraxis

Buchcover "Persönliche Schutzausrüstung"DIN, ISO, HuPF, UVV, FwDV, … sie alle beziehen sich in irgendeiner Form auf den Aspekt Persönliche Schutzausrüstung (PSA), doch die Zusammenhänge sind vielen Angehörigen der Feuerwehr selbst unbekannt. Gerade was die rechtliche Situation in Bezug auf die Anforderungen an PSA betrifft, konstatieren die Autoren des Buches „Persönliche Schutzausrüstung“ eine „erschreckende Unkenntnis“ (S. 13), die in Fehl- und Falschbeschaffungen resultiert. Entscheidend, so das Buch, ist nicht die Norm, auch nicht die UVV, sondern die europäische PSA-Richtlinie – als einziges rechtlich verbindliches Kriterium.

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Von Werbung und Feuerwehrsex

Mittwoch, März 26th, 2014

„Andere renne raus, wir rennen rein“
„Gott zur Ehr’ dem nächsten zur Wehr“
„Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit“

Es lassen sich sicherlich noch weitere Werbeslogans finden, die das Selbstverständnis der Feuerwehr ausdrücken und Identifikation stiften sollen, aber für mich, der selbst im Marketing arbeitet, sind diese Losungen abgegriffen, altbacken und ausgeleiert. Mir fehlt der frische Wind, es fehlt ein wenig „Aggression“ (nicht falsch verstehen) und vor allem Emotion!

Auch wenn schon jetzt äußerst kontrovers diskutiert, halte ich die Kampagne der Feuerwehr Dormagen (externer Link!) mit den markigen, doppeldeutigen und schlüpfrigen Sprüchen „Wir haben die dicksten Hupen… die längsten Schläuche…und wollen mehr als nur ein kurzes Abenteuer“ für gelungen, weil sie eines erzeugt, nämlich Aufmerksamkeit.

Man muss sich eines vor Augen halten, wir als Feuerwehr stehen in einem knallharten Wettbewerb zu „richtigen“ Hobbys, aber auch anderen Organisationen im Bereich der BOS. Und Aufmerksamkeit ist der erste Schritt, jemanden in seinen Bannkreis zu ziehen.

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Science Fiction in der Feuerwehr

Dienstag, März 11th, 2014

„Computer, Earl Grey, heiß“, ein kurzes Schimmern und plötzlich materialisiert sich vor Captain Picard eine Tasse des englischen Nationalgetränks. Zugegeben, die weniger sciencefictionaffinen Leser des Feuerwehr Weblogs können mit „Star Trek“ nichts anfangen, und fragen sich, zu Recht, was das mit Feuerwehr zu tun hat.

Relief der Konstanzer Niderburg und Altstadt Ein Relief aus Bronze der Konstanzer Niederburg und Altstadt - vielleicht kommt so etwas schon bald aus dem Drucker?

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“Möge das Licht mit uns sein”

Dienstag, März 11th, 2014

Was wenn das Licht nach einem Klaps auf den Lichtschalter nicht angeht? Was wenn einem der Magen in den Kniekehlen hängt, das Nudelwasser aber nicht kochen will? Was wenn das Schnitzel im Kühlschrank verdirbt, weil kein Strom zur Kühlung da ist? Habt ihr euch das schon mal gefragt? Und ich meine nicht, wenn es gerade mal die fünf Minuten Stromausfall sind, die es von Zeit zu Zeit gibt, sondern wenn es mal länger dauert und auch das Snickers nicht zur Stillung des Hungers ausreicht. Ich glaube, dann ist die Nicht-Verfügbarkeit von Social Media noch das kleinste Problem.

Als ich vor einiger Zeit das Buch „Blackout“ von Marc Elsberg rezensierte, machte ich mir Gedanken, inwiefern ich selbst auf eine derartige Krise (lang anhaltender und großflächiger Stromausfall bei Kälte) vorbereitet wäre. Die Antwort ist einfach und dürfte auf die meisten, die das hier lesen, zutreffen: gar nicht! Zwar ist eine bescheidene Vorratshaltung vorhanden, mit der man einige Tage überbrücken könnte, allerdings ist die Zubereitung von Speisen im städtischen Umfeld ohne Strom etwas schwierig – wenn man nicht gerade Eigenheimbesitzer mit Grill im Garten ist. Auch pflege ich Leitungswasser zu trinken und – im Gegensatz zu früher – kein Plastikflaschenwasser mehr zu horten.

Inzwischen bin ich so weit, besser nicht darüber nachzudenken, denn dieses Szenario kann Irre machen. Allein aus praktischen Gründen lassen sich die Empfehlungen der bunten Behördenratgeber leider kaum umsetzen – und das ist das Frustrierende. Man weiß, etwas tun zu müssen, kann es aber nicht. Ich hoffe also darauf, dass unsere Definition dessen, was Normalität ist, die Ruhephase zwischen größeren Katastrophen möglichst lang anhält und der Ausnahmezustand niemals eintrifft. (Zuerst erschienen im Feuerwehr Weblog)

Feuerwehr mal aus anderer Perspektive

Dienstag, März 11th, 2014

Neue Lektüre

Buchcover "Organisationen und Experten des Notfall"Vor drei Jahren stieß ich auf die Veranstaltung (PDF) „KATASTROPHEN. 2. interdisziplinäres Symposium des Freiburg Institute for advanced Studies“ meiner ehemaligen Universität. Da ich aus zeitlichen und beruflichen Gründen die Vorträge nicht persönlich erleben konnte, habe ich mehr oder weniger die angekündigte Buchveröffentlichung erwartet. Vor ein paar Tagen ist das Buch[1] schließlich bei mir eingetrudelt. Ich bin gespannt auf die sozialwissenschaftliche Perspektive auf das Thema Hilfsorganisationen. Denn laut Ankündigung soll das Thema Feuerwehr und Rettungsdienste erstmals aus dieser Perspektive betrachtet werden. (Zuerst erschienen im Feuerwehr Weblog)


[1] Markus Jenki, Nils Ellebrecht, Stefan Kaufmann (Hg.): Organisationen und Experten des Notfalls. Zum Wandel von Technik und Kultur bei Feuerwehr und Rettungsdiensten. Reihe: Zivile Sicherheit. Schriften zum Fachdialog Sicherheitsforschung. Bd. 7, 2014, 312 S., 29.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-12340-4. (Link zum Verlag)

Führungshandwerk als Werkzeug

Freitag, Februar 28th, 2014

Buchcover "Effizient führen"Anmerkungen zum Buch Effizient führen von Matthias Ott

Eine Mannschaft, die am Einsatzort macht, wonach ihr der Sinn steht, oder eine Führungskraft, die sich nicht durchzusetzen vermag, oder ein Führender, der sich in monarchistisch-willheministischer Autoritätsperspektive wiedererkennt, oder eine Führungsstruktur, die, zwar auf dem Papier steht, jedoch nicht gelebt wird, das sind die Ingredienzien für Demotivation und mangelnden Zielerreichungsgrad im Einsatz sowie der Einstieg in eine Stresskarriere. Nicht umsonst lautet ein Sprichwort, der Fisch stinkt vom Kopf her.

In den letzten Jahren berichteten die Tageszeitungen nicht selten über Verwerfungen, Rücktritte und Proteste in Feuerwehren, auch hauptamtliche, deren Ursache bei der Art der Führung liegt. Dabei lassen sich Probleme relativ leicht aus der Welt schaffen, wenn die Regeln und Mechanismen der Menschenführung bekannt sind, die persönliche Eignung eine Rolle bei der Besetzung von Führungsposten spielt und organisatorische Vorgaben Beachtung finden.

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Mit HTML zur Öffentlichkeitsarbeit Vor!

Montag, Februar 17th, 2014

Buchbesprechung von Florian Fastners Internet marsch!

Buchcover "Internet marsch"

Als selbstständiger Unternehmensberater im Bereich Internet, Feuerwehrblogbetreiber und Leiter des Teams Öffentlichkeitsarbeit bei einer freiwilligen Feuerwehr liegt es nahe, seine Erfahrungen zu Papier zu bringen und eine Anleitung für einen erfolgreichen Internetauftritt der Feuerwehr zu verfassen. Mit „Internet marsch“ liegt seit 2011 ein Buch vor, das bei der Neukonzeption oder dem Relaunch einer Feuerwehrwebseite helfen will. Wie der Titel andeutet, geht Fastner über das Thema Homepage hinaus und bezieht Social Media in seine Ausführungen mit ein.

Schritt für Schritt ins Internet

In Form einer leicht verständlichen, breit angelegten Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt „Internet Marsch“, welche Möglichkeiten es im Internet gibt, um professionell und kostengünstig die eigene Feuerwehr darzustellen und neue Mitglieder zu gewinnen. Eine Webseite ist ein „weltweit verteilter Werbeflyer“, deshalb sollte bei der Erstellung eine enge Verzahnung mit der Öffentlichkeitsarbeit vorliegen und eine Vielzahl von Fehlern vermieden werden. Die Frage, Webseite „ja“ oder „nein“, stellt sich gegenwärtig nicht mehr, vielmehr ist es eine Frage des „Wies“ geworden, womit Fastner recht hat.

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