Archive for the ‘Politik’ Category

Mit 70 noch bei der Feuerwehr

Montag, Juni 27th, 2016

feuer_loeschen Löschen - Retten - Bergen - Schützen. Die Aufgaben der Feuerwehren sind vielfältig. Diese Aufgaben nehmen jedoch zu und müssen mit immer weniger Personal bewältigt werden.

Wir werden alle nicht jünger und die Personalsorgen bei den Feuerwehren größer. Bei deutschen (freiwilligen) Feuerwehren ist spätestens mit 67 Jahren (Werkfeuerwehren; Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) Schluss mit dem aktivem Feuerwehrdienst, gleichwohl es in einzelnen Bundesländern Ansätze gibt, sich die Schaffenskraft „der Alten“ zu erhalten („65+“ in Baden-Württemberg). In Kärnten/Österreich will man sich das Wissen und auch die Tagesalarmverfügbarkeit der älteren Feuerwehrleute nun dadurch sichern, indem man das Höchstalter für die Dienstzeit auf 70 Jahre erhöht und die alten Kameraden in den Status eines Reservisten erhebt – sofern die medizinischen Voraussetzungen bestehen. Bisher war in Kärnten mit 65 Jahren Schluss. Kärnten zieht mit dieser Regelung übrigens nach, denn in anderen österreichischen Bundesländern ist Dienst bis 70 inzwischen gesetzlich erlaubt.* [orf.at Link 1 ORF Link 2]

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Feuerwehr mal aus anderer Perspektive

Dienstag, März 11th, 2014

Neue Lektüre

Buchcover "Organisationen und Experten des Notfall"Vor drei Jahren stieß ich auf die Veranstaltung (PDF) „KATASTROPHEN. 2. interdisziplinäres Symposium des Freiburg Institute for advanced Studies“ meiner ehemaligen Universität. Da ich aus zeitlichen und beruflichen Gründen die Vorträge nicht persönlich erleben konnte, habe ich mehr oder weniger die angekündigte Buchveröffentlichung erwartet. Vor ein paar Tagen ist das Buch[1] schließlich bei mir eingetrudelt. Ich bin gespannt auf die sozialwissenschaftliche Perspektive auf das Thema Hilfsorganisationen. Denn laut Ankündigung soll das Thema Feuerwehr und Rettungsdienste erstmals aus dieser Perspektive betrachtet werden. (Zuerst erschienen im Feuerwehr Weblog)


[1] Markus Jenki, Nils Ellebrecht, Stefan Kaufmann (Hg.): Organisationen und Experten des Notfalls. Zum Wandel von Technik und Kultur bei Feuerwehr und Rettungsdiensten. Reihe: Zivile Sicherheit. Schriften zum Fachdialog Sicherheitsforschung. Bd. 7, 2014, 312 S., 29.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-12340-4. (Link zum Verlag)

OB - ohne Bedeutung …

Montag, Mai 21st, 2012

… oder warum die Kandidatenfindung der Überwindung von Skylla und von Charybdis gleicht

Am 01. Juli 2012 findet in Konstanz die Wahl des Oberbürgermeisters statt. Amtsinhaber Horst Frank tritt nach 16 Jahren nicht mehr an. Nachdem Frank dies im vergangenen Jahr bekannt gegeben hatte, wartete die Öffentlichkeit gespannt, wer sich als Kandidat outen würde. Es geschah aber nichts. Selbst die ausländische Presse fragte sich, weshalb niemand in dieser „Perle“ am Bodensee oberster Verwaltungschef werden wolle.

Gerüchte machten die Runde und wurden ebenso schnell dementiert, wie potenzielle Kandidaten von der politisch parteiischen Lokalpresse demontiert wurden. Zwar haben sich inzwischen ein gutes Dutzend Bewerber vorgestellt, doch ein wirklich „heißer“ Kandidat, also ein Favorit, ist nicht darunter. Das Fehlen eines solchen hat meines Erachtens einen tieferen Grund.

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BOS-Blogs (22): Durch das Bloggen viele Leute kennengelernt

Mittwoch, November 23rd, 2011

Die Bloggaspritze im Interview

(sc). In loser Folge stelle ich Blogs und blog-ähnliche Seiten aus den Bereichen Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophen-/Zivilschutz vor. Heute stellt uns Kathi alias Bloggaspritze ihren Blog vor, der sich neben Privatem und Beruflichen auch intensiv mit der Rettungsdienst-Blogosphäre auseinandersetzt, und sich zum Ziel gesetzt hat, (subjektive) Probleme der Rettungsdienstmitarbeiter zu thematisieren. (weiterlesen…)

Meinungsfreiheit, ein aussterbendes Gut?

Dienstag, Mai 12th, 2009

Eben habe ich das folgende Plakat auf netzpolitik.org gefunden:

Zwei Anmerkungen:

1. Nach wie vor besteht Meinungsfreiheit in diesem Land. Ich werde zunächst noch nicht daran gehindert, meine Meinung zu äußern. Das sieht man ja hier in meinem Blog.
2. Aber die im Grundgesetz verbriefte Meinungsfreiheit gerät durch verschieden Ursachen ins Wanken, sodass es gerechtfertigt ist, vom Tod der Meinungsfreiheit zu sprechen. Das darf aber nur als Metapher verstanden und zum Wachrütteln der Leute benutzt werden. Denn zu fehelnder Meinungsfreiheit und Zensur fehlen glücklicherweise noch einige Bausteine.

Vom staatlich-medialen Komplex

Donnerstag, April 2nd, 2009

So langsam resigniere und verstumme ich. Was reg’ ich mich eigentlich noch auf? „Irgendwie geht doch alles den Bach runter!“, möchte man laut heraus schreien. Und in der Tat macht die Arbeit im und mit dem Internet immer weniger Freude, weil ich mir bei jedem Klick auf einen Hyperlink, bei jedem Fotoupload, bei jedem getippten und bei jedem zitierten Wort, die Frage nach den rechtlichen Konsequenzen stellen muss.

Klar, das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein, das fordere ich nicht und es liegt mir auch fern so etwas zu fordern, aber die aktuelle Rechtssprechung und das Handeln von Politiker und Wirtschaftsunternehmen zwängen den Eindruck auf, als sei jeder Nutzer des Internets ein potenzieller Verbrecher, schlimmer noch, wer sich gegen den beschlossenen Internetfilter wendet – sei es auch nur aus technischer Perspektive – der ist gleich ein verkappter Pädophiler! Wer Musik über das Internet hört oder ein eBook am heimischen Computer liest, ist potenzieller Urheberrechtsverletzer. Wer die Behörden in seinem Blog kritisiert wird als Terrorist stigmatisiert.

Ende März urteilte das Landgericht Karlsruhe, dass „Aufgrund der netzartigen Struktur des WORLD WIDE WEB ist jeder einzelne Link im Sinne der conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind.“ Sprich: Wenn ich auf jemandes Seite verlinke, der wiederum auf jemandes Seite verlinkt, … und der auf jemandes Seite verlinkt, der auf eine Seite verlinkt, die offensichtlich illegale Inhalte anbietet (ich lasse den Begriff mal sehr weit formuliert), dann sitze ich als braver und rechtstreuer Blogger mit im Boot, und bin haftbar.

Naja, das Worldwideweb (als größter Teil des Internets) ist ja erst vor kurzem 20 Jahre alt geworden, aber trotz dieser zwei Dekaden haben viele die Funktionsweise oder das Funktionsprinzip des Internsets nicht verstanden. Leider haben es genau die nicht verstanden, die Regeln aufstellen oder auslegen, nämlich ewig gestrige Richter und Politiker. Das zeigt eben das Urteil des LG Karlsruhe. Hyperlinks sind ein charakteristisches Merkmal des Internets. Wer das unterbindet, unterbindet die vernetzte Kommunikation.

Ein weiteres „Ereignis“, möchte man fast meinen, betrifft das Zitieren von Quellen aus dem Hypertext. Und zwar musste ich vor einigen Tagen im Blog „Perlentaucher“ lesen, dass der Autor eines Beitrages im Perlentaucher von einer großen deutschen Qualitätstageszeitung (keine Ironie!) wegen der Verletzung von Urheberrechten abgemahnt wurde. Sein Vergehen: Er zitierte knapp 1.000 Zeichen aus einem Artikel. Inzwischen ist der Verlag von dieser Forderung abgerückt und offenbar wusste der Autor des Artikels in der Zeitung auch nichts von dieser Abmahnung.

Als Otto-Normal-Gelegenheits-Blogger stellt sich mir die Frage, inwiefern ich jetzt überhaupt noch zitieren darf, wenn dadurch das Damoklesschwert der Abmahnung über mir baumelt.

Bewusst wollte ich hier nur zwei Beispiele aus den vergangenen Tagen zeigen, die prototypisch für den Versuch stehen, Inhalte – neudeutsch: Content – zu steuern. Ich sage bewusst nicht „zensieren“, denn davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt, aber die Bestrebungen Inhalte zu kontrollieren wachsen aus zwei Richtungen: Zum einen aus der politischen, dort mit der (vorgeschobenen) Begründung „Terrorismus“ und „Kinderpornographie“, zum anderen aus wirtschaftlichen, dort mit der (finanziellen) Begründung „Urheberrechte“.

Besonderes Teufelzeug sind natürlich Blogs, weil deren Autoren nicht nur kritisch Dinge hinterfragen – was den lieben Redakteuren so mancher Tageszeitung offenbar sehr schwer fällt. Blogs liefern kostenlos Informationen, sind dabei schneller als die klassischen Medien und sind nicht wirtschaftlichen Zwängen unterworfen, wie es bei den klassischen Medien der Fall ist. Jede dieser drei Punkte ist für sich ein Aspekt, warum die klassischen Medien in der Blog-Kultur ihren Feind ausgemacht haben. Kostenlose Informationen in Blogs vs. kostenpflichtige Informationen in Printmedien, schnelle Information in Blogs vs. technische Verfügbarmachungs- und Vervielfältigungsmaschinerie der Printmedien, wenig bis gar keine Zwänge in den Blogs vs. Interessen von Anzeigenkunden und Verlegern in den Printmedien. Ich will die Blogwelt nicht verklären, natürlich gibt es auch viel sch*** zu lesen.

Aber gehen wir einen Schritt weiter und denken uns den Fall X: Die staatlichen Organe wollen Zugriff auf Content bzw. diesen auch kontrollieren, die Medienindustrie (Pauschalbegriff für die klassischen Medien) will „verkaufen“, da liegt es doch nahe, sich einen staatlich-medialen Komplex auszudenken, der die unabhängige Information im Internet „bekämpft“!

Vergleicht man mal die Statemants so manchen politischen Akteurs (oder Vertreter staatlicher Organe) mit dem was in den Feuilletons und Leitartikelen über „das“ Internet – das böse Internet -, die Blogssphäre etc. gelästert, geschumpfen und verleumdet wird, dann gibt es da erstaunliche Parallelen. Der Schritt der direkten Kooperation zwischen staatlichen Akteuren und Teilen des Medientums ist also nicht weit, immerhin hat man ja den gemeinsamen Feind.

Der Tag an dem §5 GG starb

Donnerstag, November 8th, 2007

Am Tag vor der Entscheidung des Deutschen Bundestages über die Einführung einer sechsmonatigen Erfassung aller Verbindungsdaten in Deutschland ruft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Betreiber von Webseiten auf, ihre Internetseiten zu verhüllen. Die teilnehmenden Seiten erscheinen in schwarz mit der Meldung: “Das Fernmeldegeheimnis ist unverletzlich 1949-2007 †. Gläsernes Telefon, Handy, E-Mail und Internet * 09.11.2007. SPD, CDU, CSU: Wollt ihr das wirklich?” Die ungewöhnliche Aktion soll darauf aufmerksam machen, dass die unbeobachtete Kommunikation bislang stets der Regelfall war, mit der Vorratsdatenspeicherung aber sämtliche Kommunikationsvorgänge in Deutschland protokolliert und nachvollziehbar würden. Eine Anleitung zur Verhüllung der eigenen Webseite stellt der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung im Internet bereit.” [AK Vorratsdatenspeicherung]

Protest gegen Vorratsdatenspeicherung. Grafik: AK Vorratsdatenspeicherung

Mitmachen und Webseite verhüllen. Eine Anleitung findet sich auf der Seite des AK Vorratsdatenspeicherung.

Mahnwache für die Grundrechte

Dienstag, November 6th, 2007

Ich habe es total verschlafen: Heute findet in über 40 Städten der Bundesrepublik Deutschland, die eine freiheitliche demokratische Grundordnung besitzt, eine Mahnwache für die Grundrechte, nein besser, unsere Grundrechte statt. Auch wenn wir nicht in einem autoritären Staat, wie z.B. Russland oder China leben, sind etablierte Grundrechte, wie das Demonstrationsrecht, die Meinungsfreiheit und die Pressefreiheit, akut durch Maßnahmen zur Sicherung der inneren Sicherheit bedroht. [Mehr dazu bei netzpolitik.org]

Baden-Baden und Konstanz (die Orte wo ich mich am häufigsten aufhalte) fehlen in der Liste leider.

Daten auf Vorrat?

Freitag, September 28th, 2007

Lassen wir das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung mal hinter uns, und blicken ins Jahr 2020 oder 2025. Privates gibt es nicht mehr. Alles ist öffentlich: Alles was wir kommunizieren, alles was wir schreiben, alles was wir tun. Jeder ist permanent “online” und jede Bewegung wird aufgezeichnet. Jeder kann lesen und sehen, was sein Nachbar gerade tut. Selbst ausgedacht habe ich mir das nicht! Scott McBain beschreibt in seiner Dystopie “Der Mastercode” eine Welt, in der alles öffentlich ist, in der jeder jederzeit überwacht wird und alles gespeichert wird. Ich kann das Buch nur empfehlen. Das interessante an dem Buch ist, dass die theoretische Grundlage der Dystopie bereits in der Gegenwart angelegt ist.

Ach, wer noch was über die gegenwärtige Vorratsdatenspeicherung wissen will, sollte sich den Panorama-Beitrag dieser Woche zu Gemüte führen:

Link zum YouTube-Video

[via]

Schreibe ich wie ein Terrorist?

Dienstag, September 25th, 2007

“Schreibe ich wie ein Terrorist?” sollten wir uns wohl bald alle fragen, den das amerikanische Wahrheitsminsterium Liebesministerium Heimatschutzminsterium lässt von der University of Arizona ein Algorythmus entwickeln, der Personen anhand ihres Schreibstils identifizieren kann, schreibt wired.com.