Archive for the ‘Metro-Universum’ Category

Notwendig um zu Überleben

Dienstag, Mai 17th, 2016

Kürzestgeschichte aus dem METRO2033-Universum

Dunkelheit umfing mich. Anders als in der vergangenen Epoche flößte sie mir keine Furcht, kein Grauen und keine Panik ein. Dunkelheit ist Teil des Jetzt, ein Brocken des Seins und Alltag. Klar, ich kenne Ranger, die sind stolz auf ihre Nachtsichtgeräte, Restlichtverstärker und alle ihre technischen Spielzeuge, aber letztlich weiß man nie, ob die ganze Technik in ein paar Tagen oder Wochen, oder vielleicht nächstes Jahr noch funktionieren wird. Ich dagegen setzte auf den Tastsinn. In den langen, finsteren Tunneln gewöhnt man sich daran, wenig zu sehen, umso empfindlicher sind Ohren und der Tastsinn. Das ist der Grund, weshalb ich auf meinen weißen Langstock schwöre, der mir auch dann sicher den Weg weisen wird, wenn die Ranger über das Nichtfunktionieren ihrer ganzen Technik fluchen werden. Ich glaube früher, damals, vor der großen Dunkelheit, benutzten Menschen, die wirklich nichts sehen konnten, diesen Stock, um sich auf den Straßen zu orientieren. Straßen, noch so ein Relikt der alten Zeit, wenn auch äußerst nützlich, wenn man mal einen Abstecher an die Oberfläche machen muss. Zwar sind diese erdpechartigen Schneisen zwischen den Gerippen ausgebrannter Häuser in einem desolaten Zustand, dennoch bieten Sie ein schnelleres Vorwärtskommen, als das Tasten mit dem Langstock in den Höhlen unter der Erde. Allerdings rate ich jedem, nicht ohne Schutz nach draußen zu gehen. Ich hatte Glück, in einem alten Versorgungsbunker der Streitkräfte fand ich einen unbeschädigten Anzug, der aus, ich glaube das heißt, Gummi besteht. Auf der Kiste stand Zodiak, oder so ähnlich. Keine Ahnung, ob das der Name des Trägers war oder einfach nur ein Wort. Meine Erinnerungen an das Damals lassen von Tag zu Tag nach. Jedenfalls, in dem Anzug wird mir zwar schnell warm, aber er schützt recht gut und die Überreste irgendwelcher Kreaturen, die mir in den endlosen Häuserschluchten vor die Flinte laufen, gehen mit ein wenig Wasser ganz gut ab. Ich kann auch mal stürzen, ohne dass mein Schutz dahin ist. In letzter Zeit muss ich aber den Anzug auch im häufiger „da unten“ anziehen. Radioaktivität und anderes, widerliches zeug, dringt immer tiefer in die Schächte vor. Ich habe mal gehört, dass es eine Zeit gab, da stand mein liebstes Werkzeug unter starkem Beschuss, also nicht wörtlich, sondern eher, ja, wie soll ich das sagen, es wurde mit Worten beschossen, weil es nichts taugen würde, oder so. Aus der Praxis kann ich allerdings sagen, dass ich das nicht bestätigen kann. In fand es ebenfalls in besagtem Bunker – mein Sturmgewehr. Es hat irgendeine Abkürzung mit G oder so, aber das ist mir egal, zweitrangig, Hauptsache es funktioniert. Es leistet mir treue Dienste. Ich wehre damit die verstrahlten Monster an der Oberfläche genauso ab, wie ich mich gegen Diebe im Untergrund durchsetze und mich und meine wenigen Habseligkeiten schütze. Nun ja, manchmal benutze ich es auch, um mir etwas zu Essen zu beschaffen. Aber dafür sind Werkzeuge nun mal da. Ich muss zurück, nach unten, in die Dunkelheit, aber ohne Langstock, Zodiak und mein Sturmgewhr könnte ich hier, in dieser verstrahlten Welt, in der der Homo Sapiens dem Untergang geweiht ist und in der das wahre Antlitz des Menschen, seine grauenhafte Fratze, tagtäglich zu sehen, zu erleben ist, nicht überleben.

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Soweit ein kleine im METRO2033-Universum angesiedelte Kürzestgeschichte. Die ich relativ schnell im Mai 2016 zu Blatt gebracht habe (um damit an einem Gewinnspiel teilnehmen zu können). Kommentare sind – wie immer – gerne erwünscht.

In dieser Welt gibt es keinen Platz mehr für die Menschen

Dienstag, April 12th, 2016

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Rezension von Sergej Moskwins In die Sonne

Ein Stromausfall legt die Nowosibirsker U-Bahnstation Roschtscha lahm und droht das Überleben der Stationsbewohner zu gefährden. Der für die Sicherheit verantwortliche Oberst Kassarin bricht mit einem Expeditionstrupp zur Nachbarstation Marschalskaja auf, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Sie stoßen dort auf einen übermächtigen Gegner und flüchten zurück. Sergei, Kassarins Sohn, verbleibt als Wache mit seinem Kumpel Dron an der Heimatstation. Was zunächst nach Routine aussieht, entwickelt sich zu einer Verbrecherjagd, denn den Stromausfall nutzend, schlägt die Diebin Polina zu. Sergei kann die junge Frau aufhalten und festnehmen, empfindet aber Gefühle für Polina und kann in letzter Sekunde ihre Hinrichtung verhindern, indem er vorschlägt, mit ihr das Stationsbuch der Marschalskaja zu holen, von dem sich Vater Kassarin Informationen über die dortigen Vorfälle erhofft. Den beiden Jugendlichen gelingt es in die Station vorzudringen, außer Knochen finden sie dort keinerlei Lebewesen mehr vor, und abgesehen von einer seltsamen Zeichnung auch kein Stationsbuch. Auf dem Rückweg werden die beiden Zeuge eines Angriffs auf die Roschtscha durch ein seltsames, schwarzes Wesen mit Fangarmen, dem Patronen nichts anhaben können. Polina und Sergei fliehen, während die schwarze Wolke alles Leben an der Station verschlingt. Sergei will die anderen Stationen der Allianz warnen.

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Im Rausch der Selbstzerstörung

Montag, Februar 29th, 2016

Rezension von Suren Zormudjans Das Erbe der Ahnen

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In Kaliningrad haben sich die Überlebenden des apokalyptisch-nuklearen Schlagabtauschs in die seit Jahrhunderten bestehenden und von den Nationalsozialisten wie der Sowjetunion erweiterten Bunkerwelten geflüchtet und sich unter der Erde mit ihrer neuen Lebenssituation arrangiert. Wobei das relativ ist: Die Bewohner des Gefechtsstands Block-6 nahe Krasnotorowka führen kein unbeschwertes Leben, es gibt zu essen, politisch sind sie zufrieden, aber in dem alten Bunker herrscht drangvolle Enge und die Bedingungen verschlechtern sich zusehends. Am liebsten würde sich die von dem Marineinfanteristen Major Pawel Wassiljewitsch Stetschkin geführte Siedlung der Gruppe in der von den Deutschen erbauten Festungsanlage Fort 5 in Kaliningrad anschließen, die wiederum den (Wieder-)Vereinigungsbemühungen ablehnend gegenübersteht. Der autoritäre Führer in Fort 5, Major Samochin, fürchtet um seine Macht, wenn der beliebte und geachtete Stetschkin in seinen Bunker einzieht. In dieser angespannten Situation entdecken die Marineinfanteristen am nahen Strand Fußspuren, die sie keiner der bekannten Siedlungen in der Umgebung zuordnen können. Dabei erschießt der Erkundungstrupp einen der Unbekannten, dass, überraschend für die Siedler, einen handstreichartigen Angriff der Neuankömmlinge nach sich zieht, wobei, gänzlich unbekannt sind die Angreifer nicht, hatten diese doch zuvor eine Hakenkreuzflagge gehisst. Die Marineinfanteristen vom Block-6 stehen im Krieg. Erst nach und nach erfahren die Kämpfer aus Block-6, dass sich eine Gruppe Nazis-Nachfahren aus Chile mit dem Schiff auf den Weg in die Ostsee gemacht hat, um „Das Erbe der Ahnen“ zu suchen und an sich zu nehmen. Um was es sich handelt, bleibt den russischen Soldaten verborgen. Es gelingt, einen fragilen und von beiden Seiten mit Hintergedanken geschlossenen Waffenstillstand zu schließen.

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Die Welt die er kannte, gibt es nicht mehr

Montag, Januar 25th, 2016

Rezension von Vitali Sertakovs Cryonic

Der Wissenschaftler Arthur Kowal ließ sich einst im Rahmen eines Experimentes für zwanzig Jahre in eine Art Kälteschlaf versetzen, als er aufwacht, existiert die Welt, wie er sie kannte nicht mehr. Das Institutsgebäude ist verlassen, die Einrichtungsgegenstände verrottet und mumifizierte menschliche Überreste begleiten ihn auf dem Weg nach draußen. Doch auch St. Petersburg hat sich verändert. Wo einst menschliches Leben blühte, hat sich die Natur ihren Teil der Welt zurückgeholt, die Gebäude sind zerfallen und die Straßen säumen Barrikaden. Erst nachdem er auf Einwohner getroffen ist und zu einer schwer bewachten Kommune Zutritt erhält, muss Arthur erkennen, dass er statt zwanzig hundertzwanzig Jahre kryonisiert war, und die Menschheit in der Zwischenzeit von einer mutierten und hochinfektiösen Form des HI-Virus dahingerafft wurde. Die Überlebenden haben sich neu organisiert, in einer Mischung aus dem überwunden geglaubten Feudalismus, Sklaverei und Pseudodemokratie.

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Bato-ontschiki - Auferstanden von den Toten

Donnerstag, Dezember 11th, 2014

Rezension von Schimun Wrotscheks Piter

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Mit Piter begründete Schimun Wrotschek 2010 das Petersburger Franchise des von Dmitry Glukhovsky begründeten postapokalyptischen Metro-Universums. Ähnlich wie in der Moskauer-Metro, haben sich auch in der Petersburger Metro an den verschiedenen Stationen „politische“ (Überlebens-) Gemeinschaften gebildet, allerdings ist die ideologische Vielfalt weniger stark ausgeprägt. Statt besonders große und bunte Reichhaltigkeit verschiedener Subkulturen zu zeigen, erwartet den Leser in St. Petersburg eine überschaubare, teilweise voneinander abhängige Metrostationen-Zivilisation, die im Spannungsfeld von zwei Antipoden steht.

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Nichts haben wir besser gelernt, als Waffen zu bauen

Samstag, September 13th, 2014

Rezension von Andrej Djakows Hinter dem Horizont

Gerade noch rechtzeitig gelingt es dem Stalker Taran, seinem Stiefsohn Gleb, dem Mädchen Aurora, dem Stummel Sitting Bull, dem greisen Mechaniker Migalytsch, dem Chirurgen Natanowitsch (der Heide) und dem Mutanten Grennadi einem Killerkommando der Veganer zu entkommen und sich in den Raketentruck der Babylonier1 zu retten. Der handstreichartige Vormarsch des Imperiums der Veganer durch die Petersburger Metro gibt der Gruppe den Anstoß die Reise ins 10.000 Kilometer entfernte Wladiwostok anzutreten und den Gerüchten, um die sagenumwobene Siedlung Alpheios nachzugehen, deren Bewohnern es gelungen sein soll, die Radioaktivität zu neutralisieren.

Eine Reise mit ungeahnten Gefahren

Spoiler ahead! Während der langen Reise übersteht die Expedition unterschiedlichste Bedrohungen (Ölsucher, Pilzsporen, Doppelgänger), doch die größte Herausforderung entsteht als zwischenmenschlicher Konflikt zwischen Taran und Gleb.

An Fahrt gewinnt die Story in der Nähe des Jamantau-Komplexes2 im Ural, dort geraten Sitting Bull und Aurora in die Hände der Steppenhunde, einer archaischen Räuberbande, die die lokale Bevölkerung brutal unterdrückt und ausbeutet. Die Steppenhunde ermorden Sitting Bull, Aurora wird gerettet. Während der Befreiungsaktion treten plötzlich Soldaten auf, die vorgeben die Steppenhunde zu bekämpfen und die in Jamantau ihren Stützpunkt haben. Die Gruppe folgt den Soldaten in den Bunker, in dem sich eine Zweiklassengesellschaft etabliert hat: Oben die Soldaten, unten die Zivilisten.

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Die Überleben wollen

Montag, Juli 14th, 2014

Rezension von Sergej Kusnezows Das marmorne Paradies

In den Kellern einer ehemaligen Militärhochschule nahe Moskau lebt eine wenige hundert Personen umfassende, fast autarke Gemeinschaft, die Handel mit Karawanen aus der Moskauer Metro treibt. Eine dieser Karawanen bringt den schwer verletzten Max und die geistig verwirrte Dina mit. Max wird operiert, während er genest und von Polina versorgt wird, versucht Sergej Dina in einer Familie unterzubringen, doch nach kurzer Zeit „fliegt diese immer wieder raus“, weil sie in jedem männlichen Kind ihr eigenes, gestorbenes Kind erkennt und in Besitz zu bringen versucht. Denis, der Sohn von Sergej und Polina erlebt die Situation dank seiner Fähigkeiten (mentales Gehör) hautnah mit.

Eine Reise um zu überleben

Polina und Sergej sind beide, infolge der Teilnahme an einem Strahlenexperiment todkrank und haben nicht mehr lange zu leben. Als Max gerade erst genesen ist, stirbt Polina. Sergej, wissend, dass er selbst auch bald sterben wird, macht sich Gedanken, wie es mit seinem zehnjährigen Sohn weitergehen soll. In dieser Situation wird er empfänglich für die Rhetorik von Max, der ihn schließlich überzeugt mit nach Moskau zu kommen. Entscheidend ist die Information, dass der Wissenschaftler, der Polina und Sergej einst behandelte, noch lebe und womöglich in Besitz des Medikaments sei, der Sergej das Leben retten könnte.

Max und Sergej schmieden gerade noch den Plan, wie sie nach Moskau gelangen könnten, da greifen mutierte Killerhummeln die kleine Kolonie an und töten die Bewohner. Max, Denis, Sergej und Angin entkommen in letzter Sekunde durch einen Geheimgang.

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„Die Metro macht’s nicht mehr lang“

Dienstag, November 12th, 2013

Rezension von Andrej Djakovs Die Reise in die Dunkelheit

Endete Die Reise ins Licht mit der Hoffnung spendenden Aussicht, dass die Überlebenden der St. Petersburger Metro auf der Insel Moschtschny ein Leben in relativer Sicherheit führen könnten, legt die Detonation eines nuklearen Sprengsatzes das paradiesähnliche Eiland in Schutt und Asche. Für die Überlebenden steht schnell fest, dass die Atombombe aus der Metro stammen muss, floh vor der Verheerung doch eine Unmasse von Menschen auf die Insel. Den Bewohnern der Metro stellen die Seeleute folglich ein Ultimatum, entweder die Schuldigen der Katastrophe werden ausgeliefert, oder die Metro und ihre Bewohner werden ihrerseits liquidiert. Der Stalker Taran willigt widerwillig ein, die Ermittlungen im Auftrag des Metrorates durchzuführen. Gleichzeitig entführen Unbekannte Tarans Stiefsohn Gleb. Die Suche nach dem Massenmörder steht von nun an der Suche nach Gleb hintenan.

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Wir irren umher wie ruhelose Geister

Dienstag, Oktober 8th, 2013

Rezension von Andrej Djakows Die Reise ins Licht

Als literarischen Franchise lässt sich METRO 2033 auf beliebig unzählige Städte und Länder übertragen, das macht einen gewissen Reiz aus, kommt auf diese Weise im Plot ein wenig Lokalkolorit zum Tragen und der Fantasie, wie eine postnukleare Welt aussehen könnte, sind keine Grenzen gesetzt. Andrej Djakow verlegt den Schauplatz seiner Geschichte nach St. Petersburg, indes spielt die Metro der russischen Metropole bloß eine nachrangige Rolle in der Handlung. Analog zu Avoledos „Die Wurzeln des Himmels“ ereignen sich die Erlebnisse auf den Straßen, Tunnel und Kellern der einstigen Zarenstadt selbst.

Das Licht der Erlösung

Der Stalker Taran springt den Bewohnern der Station Moskowskaja bei der Abwehr eines Pterodon bei. Kaum hat er das vollstreckt, bitten ihn die Bewohner an einer weiteren Mission teilzuhaben. Von der Insel Kotlin, auf welcher der St. Petersburger Stadtteil Kronstadt liegt, gehen mysteriöse Lichtsignale in Richtung Festland aus. Die Propheten des Exodus, einer religiösen Sekte, die den Bewohnern der Metro Seelenheil versprechen, sehen in dem Lichtsignal ein Zeichen für die nahende Rettung. Als Lohn für die Teilnahme an der Operation fordert Taran den 12-jährigen Waisen Glen, den die Stationsansässigen, trotz anfänglich gespielten Widerstandes, am Ende wie Vieh verschachern.

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Eine Welt, in der das Monströse Norm ist

Donnerstag, August 8th, 2013

Rezension von Tullio Avoledos Die Wurzeln des Himmels

Sechs Jahre sind vergangen, seit Dmitri Glukhovski 2007 mit Metro 2033 seine Vision einer postapokalyptischen Welt erschaffen und, analog zum Open Source-Gedanken, andere Schriftsteller zur Gestaltung dieses Universums eingeladen hat. Mit Tullio Avoledos Die Wurzeln des Himmels liegt nun der erste, außerhalb Russlands spielende Roman vor.

Die Reise nach Venedig

Avoledos eröffnet seine Erzählung in den Calixtus-Katakomben, der ersten christlichen Gemeindekatakombe in der Ewigen Stadt, die nun, weil tiefer als die römische Metro gelegen, einem Teil der Überlebenden Roms Unterschlupf gewährt. Pater John Daniels, letztes Mitglied der Heiligen römischen Inquisition (eigentlich Glaubenskongregation) soll im Auftrag Kardinal Albanis, Camerlengo und letzter hoher Repräsentanten der Kirche, zusammen mit einem Trupp Schweizergardisten nach Venedig expedieren, damit die Sedisvakanz durch Verbringen des ominösen Patriarchen von Venedig beendet werden kann.

Der siebenköpfige Trupp bewegt sich nachts und kommt infolge automobiler Hilfsmittel zügig voran. Die Expedition ist reich an Gefahren, verlangt von Daniels den Umgang mit Waffen, Waffen, die er nur von der PlayStation kannte, und konfrontiert ihn darüber hinaus mit moralischen Fragestellungen, die an den Grundfesten seines Glaubens rütteln, die ihn danach fragen lässt, was gut und was böse ist.

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