Archive for the ‘PR, Marketing & Öffentlichkeit’ Category

Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen

Donnerstag, November 6th, 2014

Ein Feuerwehrtaucher zeigt unter Wasser "Alles OK" Ist bei den Feuerwehren auch in Zukunft alles in Ordnung?

„Wie kann sich „Feuerwehr in der Zukunft“ weiterhin sinnvoll und effektiv behaupten?“ [1] fragte ein Gutachten des Landesfeuerwehrverbands Baden-Württemberg 1991, das ich per Zufall bei einer Recherche gefunden habe. Aus Sicht eines Historikers und Feuerwehrmanns ist diese bald 25 Jahre alte Studie allein schon wegen ihrer auf die Zukunft gerichteten Fragestellung von Interesse, immerhin leben wir in dieser Zukunft. Wie soll es mit der freiwilligen Feuerwehr weitergehen? Wie soll/kann/muss man auf die verschiedenen Herausforderungen reagieren? Welche Lösungen gibt es? Noch heute, in der Gegenwart des Jahres 2014, stellen wir uns vielerorts die Frage nach der Zukunft, z.B. unter Agenda-Schlagworten wie „Feuerwehr 2020“.

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„Leider nur wenige Einsätze“

Dienstag, April 5th, 2011

(sc). Ich weiß nicht, wie es euch geht, wenn ihr in der Zeitung oder auf den Webseiten der Feuerwehren die Zusammenfassungen der Haupt- und Jahresversammlungen lest, und Wehrleiter oder Schriftführer die Einsätze des vergangenen Jahres Revue passieren lassen. Bei dem Partikel „nur“, und besonders dann wenn noch ein „leider“ davor steht, krampft sich ganz tief in meinem Bauch etwas zusammen.

„Im vergangenen Jahr rückte die Feuerwehr leider nur zu 12 Einsätzen aus“ oder „Die Feuerwehr war im letzten Jahr nur 24 mal gefordert“, … Alles nur, oder was? Der Fokuspartikel „nur“ drückt Betonung oder Einschränkung der Satzteilaussage, im Kontext der Einsatzhäufigkeit der Feuerwehr drückt er die Verminderung einer quantitativen Aussage aus. Soweit zur Grammatik.

„Nur“ klingt für mich im Zusammenhang mit Einsatzzahlen irgendwie, meinem Bauchgefühl nach, unpassend. Grammatikalisch mag der Partikel richtig gesetzt sein, aber „nur“ klingt für mich immer nach „wir hatten zu wenig Einsätze“. So eine Interpretation kann aber nicht im Interesse der Öffentlichkeitsarbeit bzw. der Außenwahrnehmung einer Feuerwehr sein.

Besser finde ich persönlich Formulierungen, die entweder auf das „nur“ verzichten oder es zusammen mit einem positiv besetzen Adverb benutzen. „Im letzten Jahr rückte die Feuerwehr (leider nur) zu 12 Einsätzen aus“ ist eine wertende Aussage, die – für mich – oben genannte Interpretation hervorruft. Ersetzt man „leider“ durch sein Antonym „glücklicherweise“, bekommt der Satz eine ganz andere, positive Färbung. „Im letzten Jahr rückte die Feuerwehr (glücklicherweise nur) zu 12 Einsätzen aus“. Natürlich lässt sich auf wertende Aussage auch gänzlich verzichten. Solch positive Aussagen lesen die Bürger nicht nur lieber, sie konterkarieren in terminologischer Form gleichzeitig Vorurteile, die Bürger vereinzelt gegenüber der Feuerwehr erheben, Stichwort „Einsatzgeilheit“.

Warum dieser Exkurs in die deutsche Sprache? Seit einiger Zeit reden wir in der Feuerwehr vermehrt über die Außenwahrnehmung durch den Bürger in Zeiten knapper Kassen und über Gemeindegrenzen hinausgetragene Streitigkeiten. Ich möchte mit meinem kleinen Sprachbeispiel deshalb aufzeigen, dass schon ein einzelnes Wort an der falschen Stelle eine genauso verheerende Wirkung entfalten kann, wie die Androhung eines Streiks. Nicht von ungefähr beschäftigen große Feuerwehren sprachgewandte Pressesprecher und Unternehmen PR-Strategen, die genau aufpassen, welche Formulierung, in welchem Kontext, welche Auswirkung haben kann.

Offline. Old skool. Fotoalbum.

Dienstag, Juli 21st, 2009

Alle fotografieren digital. Es ist ja auch einfach: Kein Film mehr einlegen, weniger Kapazitätsrestriktionen wie bei einem klassischen Film, kein mühsames Entwickeln mehr. Doch was ist die Kehrseite? Wir produzieren mehr Fotos denn je. Wir verlieren den Überblick über das, was wir schon alles fotografiert haben.

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iPhoning nun auch in “old europe”

Freitag, November 9th, 2007

Seit heute gibt es das iPhone auch in Deutschland. Reizen würde mich das Gerät schon. Leider gibt es das Gerät nur bei dem Magenta-Konzern, sieht man von den horrenden Preisen einmal ab. Nur wegen dem iPhone werde ich nicht meinen Mobilfunkanbieter wechseln, auch wenn mein aktueller Vertrag ausläuft. Der von Vodafone angekündigte iPhone-Konkurrent von Samsung hat auch einen Nachteil, er wird ebenfalls beim “falschen” Provider feil geboten. Nun ja, nicht magenta, nicht rot, bleibt grün und blau - um in Mobilfunkkonzernfarben zu sprechen. Ich werde meinen Provider nicht wechseln, und habe sogar schon zwei Favoriten als Nachfolger für mein SonyEricsson im Auge.

Die digitale Lanze: Warum Blogs nichts erreichen

Donnerstag, August 2nd, 2007

Robert Basic vom basic thinking Blog schreibt in einem lesenswerten Beitrag über den Kampf von Stefan Niggermeier gegen Bild und Callactive. Er vergleicht den renommierten Medienjournalsiten mit Don Quijote. Die Riesen/Windmühlen sind Bild und Callactive, und Niggermeiers Blog ist die digitale Lanze.

Basic schreibt, dass Weblogs wenig bis gar nichts gegen die Machenschaften von Unternehmen ausrichten können, da ihnen das finazielle Fundament fehlt. Wenn, dann sind Blogs Teil eins ganzen Maßnahmenpakets. Basic hat damit sicherlich Recht, aber seine Anregung das Bloggen mit tatsächlichen (physischen) Aktionen zu verbinden, halte ich für gefährlich. Nicht ohne Grund vermeiden renommierte Blogger den Aufruf zur Aktivität! Die Mühlen der deutschen Justiz stehen dem entgegen. Schnell kann der Aufruf zu einem “FlashMob” oder Sit-in als Hausfriedensbruch oder geschäftsschädigendes Verhalten ausgelegt werden - und der, der dazu aufgerufen hat, oder in dessen Forum, ein solcher Aufruf gepostet wurde, kommt schnell in Erklärungsnot, und lernt die Forums-/Blog-Rechtssprechung deutscher Gerichte sehr schnell kennen.

Aber, ich will diesen Gedanken nicht grundsätzlich ablehnen. Nur muss man genau darauf achten, dass man mit seiner physischen Aktivität nicht die Grenzen des zulässigen überschreitet - und wenn dann im Sinne des kalkulierten Risikos. Und Basic bemerkt richtig, dass der Erfolg von Greenpeace oder AI auch ohne Blogs funktionierte. Bei den Urteilen gegen call-in-tv.de und Stefan Niggermeier geht es inzwischen nicht mehr nur noch um die konkreten Geschäftspraktiken einer Firma, sondern es geht um die Meinungsfreiheit selbst. Dieser Aspekt kommt in Basics’ Blogeintrag leider etwas zu kurz.

mspro schreibt in seinem Kommentar zu Basics’ Blogartikel richtig:

Und deshalb ist es auf meiner Beobachtungsebene unglaublich wichtig, noch ein funktionierendes Watchblog zu haben. Es ist der Gradmesser des Totalitarismus in unserer Gesellschaft. es ist nicht so, dass es zur Zeit darum geht, was noch effektiver wäre, als ein Watchblog. Es geht um die nackte Möglichkeit sowas noch überhaupt machen zu können in D.

Sterben die aufmerksamen Kritiker, stirbt die Demokratie. Demokratie lebt von Kritik und Gegenkritik. Demokratie bedeutet Meinung haben und miteinander in Diskurs zu treten (vgl. - wer es mag - Jürgen Habermas). Und haben wir Meinung? Sind wir kritisch? Ich habe den Eindruck, dass immer weniger Menschen ihre Kritik und ihre Meinung öffentlich bekannt geben, aus Angst vor der restriktiven, wirtschaftsfreundlichen und damit zensierenden Rechtssprechung deutscher Gerichte!

Fotos vom neuen Potter-Roman

Freitag, Juli 20th, 2007

Auch eine Möglichkeit ein sehr gut geschütztes Geheimnis vorab publik werden zu lassen, ist es einfach zu fotografieren! So geschehen mit dem noch nicht veröffentlichten Phantasy-Roman “Harry Potter and the Deathly Hallows”. Fotos des Romans kursieren offenbar im Netz. Anhand der exif-Daten der Fotos wird nun die Suche nach dem Täter aufgenommen. [Mehr dazu bei golem.de]

Ich spekuliere mal über das Ende des Romans: Harry wird zusammen mit Voldemort sterben, denn heißt es nicht in der Propheizung, dass der eine ohne den anderen nicht leben kann?