Grundlagen der einfachen Rettung

Rezension von Wolfgang Werfts Einfache Rettung aus Höhen und Tiefen

Buchcover "Einfache Rettung aus Höhen und Tiefen"Wer an die Feuerwehr denkt, zählt als meist die Brandbekämpfung zu deren Hauptaufgabe. Die Statistik spricht da allerdings eine andere Sprache: Technische Hilfeleistung im weitesten Sinne, die Rettung von Menschen und Tieren aus verschiedenen Notsituationen, ist die Hauptaufgabe der Feuerwehren. Besonders kompliziert sind dabei die wenigsten dieser Einsätze und können ohne die Anforderung von Spezialeinheiten und – fahrzeugen bewältigt werden. Wolfgang Werft erklärt in seinem Buch „Einfache Rettung aus Höhen und Tiefen“ aus der Reihe Fachwissen Feuerwehr, das in zweiter, vollständig überarbeiteter und aktualisierter Auflage erschienen ist, wie mit den gängigsten Werkezeugen und Hilfsmitteln eines Feuerwehrfahrzeuges Rettungen aus Gebäuden, Baugruben, Silos oder aus Schächten möglich sind, ohne Spezialeinheiten anfordern zu müssen.

Zwar konstatiert Werft, dass der Übergang von einfacher und spezieller Rettung fließend ist, trotzdem spielen „diese Einsatzarten in der Ausbildung der Feuerwehren eine oftmals untergeordnete Rolle“, und damit einher geht das Fehlen von Einsatz- und Übungspraxis, auch bei vielen Führungskräften (S. 9). Damit legt er Zielgruppe vom einfachen Feuerwehrmann bis zur Führungsperson fest.

Wie bei allen Einsatzarten steht und fällt der Erfolg der einfachen Rettung aus Höhen und Tiefen mit einer gründlichen Einsatzvorbereitung, die dabei nicht nur die Ausbildung von Grundtechniken im Blick haben sollte, sondern auch die Kooperation mit anderen Feuerwehren – die eventuell das Wissen bereits besitzen – ins Auge fassen muss, z.B. um die Tagesalarmsicherheit zu gewährleisten. Anders formuliert: Man muss auch nicht alles selbst leisten können – eine Aussage, die sich vor dem Hintergrund der aktuellen Personalproblematik in nahezu allen Ausbildungspublikationen findet.

Werft beschreibt als wichtigstes Gerät im Bereich der einfachen Rettung den Gerätesatz Auf- u. Abseilgerät aus technischer Funktionsperspektive, wie auch aus Sicht der Einsatzgrundsätze und weist auf Sicherheitshinweise und Belastungsgrenzen hin. Er vervollständigt diese Beschreibung um ergänzende Rettungsgeräte, wie Schleifkorbtrage, Schaufteltrage oder Spineboard. Im nächsten Schritt widmet er sich dem Anschlagen und legt die Grundsätze dafür dar, nebst Beispielen für Anschlagpunkte. In dem Kontext weist er daraufhin, dass immer eine (technische) Redundanz einzuplanen ist.

Auf Grundlage der beschriebenen technischen Ausrüstungen und Anschlagpunkten leitet Werft verschiedene Einsatzverfahren ab, z.B. die Rettung mit einem Hubrettungsfahrzeug oder die Rettung mit tragbaren Leitern. Hierzu gibt er detaillierte Beispiele für die Einsatzorganisation und beschreibt die Aufgaben der Trupps.

Werft legt eine verständliche Darstellung vor, die anhand konkreter Beispiele die Vorgehensweise bei einfachen Rettungen zeigt, dabei aber weder die Sicherheit von Retter, noch von dem zu Rettenden aus den Augen verliert. Die in der Reihe „Fachwissen Feuerwehr“ üblichen Testfragen am Ende der Kapitel helfen beim Rekapitulieren des Beschriebenen.

Bibliografische Daten

Wolfgang Werft: Einfache Rettung aus Höhen und Tiefen. Rechtliche Grundlagen – Einsatzvorbereitung – Gerätesätze – Ergänzende Rettungsgeräte – Anschlagpunkte – Redundanz im Einsatz – Einsatzverfahren. Aus der Reihe: Fachwissen Feuerwehr. 2. Vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Landsberg am Lech: ecomed Sicherheit 2016. ISBN 978-3-609-69621-8; 92 Seiten; 14,8 x 19,0 cm; EUR 12,99.-

Externe Links

Diese Rezension erschien am 10. April 2017 zuerst im Feuerwehr Weblog.

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