Das schwarze Loch der Schreib-Unlust

Schreiben macht Spaß, zumindest manchmal. Ich habe Phasen, da produziere ich Unmengen an Text. Ich habe aber auch Phasen, da will mir kein Wort über die Lippen … durch die Finger auf das Blatt kommen. Ich persönlich finde, dass man es meinen Texten anmerkt, wenn ich während des Schreibens eine Phase der Unlust hatte, sozusagen in ein schriftstellerisches schwarzes Loch fiel. Potenzielle Ideen verschwinden dann auf Nimmerwiedersehen und zurück bleibt die Ahnung eine Idee gehabt zu haben. Vielleicht merke nur ich das, aber innerhalb dieser Texte nehme ich einen Stilwandel war.

Einer dieser Texte, die in ein solches Loch der Schreib-Unlust fiel, ist der Artikel über „LIVE 2009“. Nahezu sechs Wochen habe ich daran geschrieben, ihn sogar mehrfach umgeschrieben, weil ich zwischendurch in das schwarze Loch fiel. Zufrieden bin ich mit den aufs Blatt gebrachten Zeilen dennoch nicht.

Begann ich den Text philosophisch und etwas abstrakt mit Theorie über das Kommunizieren und deren Notwendigkeit im Atemschutzeinsatz, gerieten meine Zeilen zum Ende hin immer mehr zu einer bloßen Aufzählung dessen, was die Referenten damals vorgetragen hatten. Sicher, auch ein Abstract mag für die Nicht-Teilnehmer der Veranstaltung interessanter Lesestoff sein, doch habe ich den Anspruch in meinen Texten einen Mehrwert schaffen zu wollen. Wirklich gelungen ist mir das mit „Mann muss über Unfälle reden, um daraus lernen zu können“ nicht.

Problematisch war für mich neben dem schwarzen Loch – welchem mein Text glücklicherweise nicht vollends zum Opfer gefallen ist – auch die (zu) lange Zeitspanne zwischen Publikation und Ereignis. Je länger ein Ereignis zurückliegt, umso diffuser ist die Erinnerung an das, was man gesehen, gehört oder wahrgenommen hat. Eben so ging es mir mit dem „LIVE 2009“-Artikel. Irgendwann konnte ich selbst meine umfangreichen Notizen nicht mehr in einen Kontext stellen, weil mir Wissen verloren gegangen, vom schwarzen Loch aufgesogen war. Letztlich wollte ich den Text einfach nur noch irgendwie zum Abschluss bringen, um das Drama zu beenden. Und da sind wir wieder beim Stilwandel. Weil ich den Text „irgendwie“ fertig bringen musste, achtete ich beim Schreiben weniger auf logische Brüche, den Stil … . Meinem Text ging dadurch einiges an Informationsgehalt verloren.

Immerhin konnte sich ein Teil des Textes den Fängen des schwarzen Loches widersetzen und ging so nicht den Weg, den in den letzten Jahren leider schon zu viele Texte gegangen sind:

  1. Reportage über die Feuerwehr Ravensburg („Löschen und Retten in der Stadt der Türme“)
  2. Reportage über die Werkfeuerwehr Flughafen Friedrichshafen („Die Zeppelin-Wehr“)
  3. Reportage über die Feuerwehr Dornbirn (Österreich)
  4. Artikel über die THL bei LKW-Verkehrsunfällen
  5. Geschichte des Blaulichts / des Martinhorns / der Feuerwehr-Signalfarbe
  6. Geschichte des G-Modells von Mercedes-Benz bei der Feuerwehr
  7. 60 Jahren Unimog
  8. Geschichte des Veterinärdienstes im Katastrophenschutz

Klar, an einigen Texten arbeite ich hin und wieder, wenn es die Zeit zulässt, trotzdem rechne ich Sie dem schwarzen Loch zu, wenn ich länger als ein Jahr daran arbeite oder die Arbeit daran einstellen musste. Ich hoffe nur, dass ich meine Notizen und Recherchen irgendwann später entziffern und auch einsetzen kann.

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