Posts Tagged ‘Bloggen’

Warum schreib ich das ganze eigentlich

Mittwoch, März 11th, 2009

Als ich 2005, beseelt von einer Art Aufbruchstimmung, begann im Internet zu schreiben, genauer für das damalige Feuerwehr Weblog, machte ich mir wenig Gedanken darüber, wer meine Texte liest oder ob sie überhaupt jemand liest. Ich schrieb mir manchmal die Seele vom Leib, schrieb über das was mich gerade interessierte, was ich lustig fand … .

Klar, hinter der Bloggerei stand natürlich auch ein, nennen wir es mal, professioneller Anspruch. Das Feuerwehr Weblog und meine dort veröffentlichten Texte sollten für mich eine publizistische Spielwiese und Referenz zugleich sein. Mit zunehmender Leserzahl, stieg auch mein Anspruch, und ich wagte mich an größere Geschichten, Reportagen, einerseits um das Interesse und den Anspruch der Leser zu befriedigen, andererseits spielte das Persönliche, der Wunsch nach Referenzen und das Interesse an bestimmten Aspekten eine sehr große Rolle.

Damals, wir sprechen von der Zeit bis Ende 2007, hatte ich den Eindruck, dass die ausgewählten Themen und im speziellen meine Reportagen durchaus angenommen wurden. Mit dem Schritt hin zum Fwnetz, der 2008 vollzogen wurde, änderte sich das.

Mag sein, dass die Firmierung des Fwnetz als Unternehmen und der anfängliche Versuch mit Paid Content die Kosten zu decken, eine Rolle gespielt haben, dass sich viele ehemalige Feuerwehr Weblog-Leser anderen Projekten zuwendeten. Dennoch habe in den vergangenen 12 Monaten den Eindruck gewonnen, dass das Interesse an dem, worüber ich schreibe, schwindet, gleichwohl der Aufwand, einen perfekten, gut recherchierten und möglichst alle Aspekte abdeckenden Text immer größer wird. Sei es die Berichterstattung von Retro Classics 2008 über verschiedene Artikel zum Landesfeuerwehrtag Baden-Württemberg 2008 oder die Fachmesse FLORIAN, an den Views sehe ich, dass nicht gerade viele diese Artikel lesen. Klar, nicht zu vergessen sind die Feedreader, deren Messung schwierig ist. Zusätzlich verzerrt werden die Views durch Mehrfachaufrufe der gleichen Personen und die Crawler der Suchmaschinen. Am Ende habe ich dann also, nach langer Recherche und viel verbranntem Hirnschmalz, im besten Fall einen Text geschrieben, den eine Handvoll Leute gelesen haben.

Deshalb frage ich mich, woran das liegt? Hat sich das Thema meiner Texte so sehr verändert? Haben sich meine Interessen mehr und mehr von dem entfernt, was der Leser im Fwnetz erwartet? Oder ist der steigende Grad an Professionalität, der persönliche Wunsch einen Text wasserdicht und perfekt zu machen, der Grund für das schwindende Interesse? Womöglich fehlt genau das subjektive Moment meiner ersten Texte, das kantige, das persönliche – und kontroverse!

Jedenfalls, stellt sich mir vor diesem Hintergrund die Frage, ob es Sinn macht Zeit, Hirnschmalz und auch Geld in Reportageprojekte zu stecken, die sowieso keiner lesen wird oder lesen mag. Ein Back to the roots ist schwierig und irgendwie will ich das auch nicht so richtig, denn meine Texte sollen auch Referenzen sein. Zu viel Subjektives oder Kontroverses tut da nicht gut.

Vielleicht ist zusätzlich auch die Verschiebung meiner Interessen verantwortlich. Wobei das Wort Verschiebung schon falsch ist, suggeriert es doch eine Neuausrichtung, die im Falle der Neigung, eher historische Aspekte aufzugreifen, nicht zutrifft, denn immerhin habe ich Geschichte studiert, das Interesse daran aber durch den Beruf ein wenig aus den Augen verloren. Das Interesse an der Geschichte habe ich sozusagen wieder entdeckt, dabei bin ich aber nicht gänzlich back to the roots gegangen, sondern habe beide Wege kombiniert: Geschichte plus Feuerwehr/BOS. Das Ergebnis ist ein sehr spezielles und mir haben auch schon viele ehemalige Mitblogger und Leser durch die Blume gesagt, was sie von historischen Themen halten. Nun ja, schau””n mer mal, sagte der Kaiser einmal, natürlich der Fußballkaiser, nicht der historische Kaiser, obwohl aus der Perspektive sind ja beide (zeit)historisch, wie es weitergeht und ob ich überhaupt noch die Zeit finden werde derart publizistisch tätig zu bleiben.