Posts Tagged ‘Feuerwehr’

Mit 70 noch bei der Feuerwehr

Montag, Juni 27th, 2016

feuer_loeschen Löschen - Retten - Bergen - Schützen. Die Aufgaben der Feuerwehren sind vielfältig. Diese Aufgaben nehmen jedoch zu und müssen mit immer weniger Personal bewältigt werden.

Wir werden alle nicht jünger und die Personalsorgen bei den Feuerwehren größer. Bei deutschen (freiwilligen) Feuerwehren ist spätestens mit 67 Jahren (Werkfeuerwehren; Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) Schluss mit dem aktivem Feuerwehrdienst, gleichwohl es in einzelnen Bundesländern Ansätze gibt, sich die Schaffenskraft „der Alten“ zu erhalten („65+“ in Baden-Württemberg). In Kärnten/Österreich will man sich das Wissen und auch die Tagesalarmverfügbarkeit der älteren Feuerwehrleute nun dadurch sichern, indem man das Höchstalter für die Dienstzeit auf 70 Jahre erhöht und die alten Kameraden in den Status eines Reservisten erhebt – sofern die medizinischen Voraussetzungen bestehen. Bisher war in Kärnten mit 65 Jahren Schluss. Kärnten zieht mit dieser Regelung übrigens nach, denn in anderen österreichischen Bundesländern ist Dienst bis 70 inzwischen gesetzlich erlaubt.* [orf.at Link 1 ORF Link 2]

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Florian bitte kommen

Montag, Juni 13th, 2016

Rezension von Demel/Strotts Sprechfunkerausbildung gemäß FwDV 2

Cover des Buchs SprechfunkerausbildungKater, Blitz, DMO, FuG – wer sich als ehrenamtliche Einsatzkraft fragt, was diese Worte und Abkürzungen bedeuten, sollte weiterlesen, denn früher oder später halten alle den Hörer in der Hand und müssen funken. Der BOS-Funk ist stark formalisiert und reglementiert, erhält mit dem eingeführten Digitalfunk eine – vom Verständnis her zunächst – komplexe Neuausrichtung, die dazu führt, dass sich auch altgediente Einsatzkräfte wieder mit dem Funken auseinandersetzen müssen. Das „Buch Sprechfunkerausbildung gemäß FwDV 2“ von Jan Tino Demel und Matthias Strott aus der Reihe Fachwissen Feuerwehr, will hier Einsteigern und langjährigen Praktikern Hilfestellung geben.

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Brandbekämpfung 2.0

Montag, Mai 30th, 2016

******Die Nachfolgende satirische Kurzgeschichte wurde von mir am 30. Oktober 2007 im Feuerwehr Weblog unter dem Titel „Brandbekämpfung auf dem Weg in die Zukunft“ veröffentlicht und ist in Teilaspekten mittlerweile von der Realität überholt, wie hier und hier nachzulesen ist. Bis auf kleinere Korrekturen orthografischer und grammatikalischer Art, übernehme ich die Kurzgeschichte unverändert. ******

„Dieses Gerät wird die Arbeit der Feuerwehr revolutionieren“, sagte Apple CEO Steve Jobs auf der diesjährigen Febit – der Feuerwehrausstellung präsentiert von Bitburger -, als er das neue iFeuerwehr vorstellte. iFeuerwehr revolutioniert das Feuerwesen. Durch intuitive Benutzerführung auf einem Touchscreen soll den Feuerwehrmännern die Arbeit erleichtert werden. Auch andere Hersteller, wie Microsoft und Google drängen auf das Gebiet „Feuerwehr 2.0“.

„iFeuerwehr ist kein eigenes Gerät, es beschreibt mehr ein Prinzip“, erklärte Jobs. Mithilfe der sensitiven Touchscreen-Oberfläche und spezieller Software können die Feuerwehrleute Strahlrohre, Pumpen und ganze Löschzüge steuern. So besitzt das iHSR keine mechanischen Teile mehr. Mit Hilfe des QuadCore-Prozessors und 2048 Megabyte RAM, bietet das iHSR drei vorprogrammierte Einsatzszenarien: Vollstrahl, Sprühstrahl und Mannschutzbrause. Apple sieht damit die häufigsten Anwendungsbereiche abgedeckt. Die angereisten Feuerwehrleute und die Fachpresse überschlugen sich in geblendeter Begeisterung.

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Alternative Möglichkeit der Selbstrettung

Montag, Dezember 14th, 2015

Rezension von Anleiterbereitschaft aus der Reihe Die roten Hefte

Buchcover Die roten Hefte 226 Anleiterbereitschaft

Mit den recht deutlichen Worten „it sucks to find yourself 30 feet above and no stairs are able to be reached and 5 ground ladders are sitting pretty on a truck!“ bringt Captain Dan Hoey von der freiwilligen Feuerwehr Saegertown, Pennsylvania/USA die einsatztaktische Notwendigkeit der Anleiterbereitschaft (ALB) zum Ausdruck.

Das taktische Konzept ist keineswegs neu und im Internet auf verschiedenen Ausbildungsplattformen präsent. Im deutschsprachigen Raum fand 1999 eine erste Beschreibung statt, die 2007 in der Initiative „A Stairway to Safety“ mündete, aber, so konstatieren die Autoren im Vorwort, „eine flächendeckende Verbreitung … hat … nicht stattgefunden“ (S. 5). Aus diesem Grund entschlossen sich Nils Beneke und Jan Ole Unger vom Ausbildungsportal drehleiter.info das Konzept der Anleiterbereitschaft in einem „Roten Heft – Ausbildung kompakt“ aufzugreifen und bekannter machen.

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Einen Fuß immer im Schwarzen halten

Montag, Oktober 5th, 2015

Rezension von Vegetationsbrandbekämpfung aus der Reihe Einsatzpraxis Feuerwehr

Buchcover Cimolino et al "Vegetationsbrandbekämpfung"

Ist es im Sommer länger anhaltend trocken, steigt auch in unseren Breitengraden die Gefahr von Bränden auf Wiesen und in Wäldern. Auch wenn wir hierzulande nicht von den gigantischen Feuersbrünsten Nordamerikas oder Australiens betroffen sind, stellen Brände in der Vegetation die Feuerwehr vor Herausforderungen, die durch Fortbildung und Übung zu vermitteln und im Rahmen der Einsatzplanung zu beachten sind. Und mit einer Zunahme dieser Einsätze ist aufgrund der klimatischen Veränderungen zu rechnen – auch in den weniger warmen Jahreszeiten.

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Sonne, Wind und Biomasse

Freitag, Juli 3rd, 2015

Rezension von Sonderheft „Erneuerbare Energien“

Cover des Sonderhefts Erneuerbare Energien

Nach den Ereignissen in dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi beschloss die Bundesregierung die Energiewende, die zum Ziel hat, vermehrt Anlagen alternativer Energieerzeugung in Deutschland zu errichten. Für die Feuerwehren bedeutet dies, sich mit neuen Techniken der Energieerzeugung auseinanderzusetzen, neue Gefahren zu beachten und die Taktik anzupassen. Trotz gestiegenem Problembewusstsein und zunehmender Ausbildung stehen die (freiwilligen) Feuerwehren in der Tat vor gewissen Schwierigkeiten oder Berührungsängsten, wenn sie zu Einsätzen an und mit Beteiligung von Fotovoltaik-, Windenergie- und Biomasseanlagen alarmiert werden.

Mit dem 2015 publizierten Sonderheft „Erneuerbare Energien“ bietet das Feuerwehr-Magazin einen Einstieg in das Thema, das helfen will, Wissenslücken bei den Einsatzkräften zu schließen und damit zu einer effektiven Einsatzbearbeitung beizutragen. Das Heft gliedert sich in vier Abschnitte: Fotovoltaikanlagen, Windenergieanlagen, Biogasanlagen und Biomasse-Heizungen.

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Kein Schwitzen in der Sonne

Donnerstag, Juli 4th, 2013

Schweißtreibendes Training für Atemschutzgeräteträger

Als Übungsdienstorganisator hat man es in diesen Tagen alles andere als leicht: Sommer, Sonne, Sonnenschein lassen die Kameraden die Prioritäten fernab der Feuerwehr setzen, gerade dann, wenn der Dienstplan ein schweißtreibendes Thema prophezeit.

Für mich als Organisator bedeutet dies, dass ich kaum weiß, mit wie vielen Kameraden ich an einem Dienst zu rechnen habe. Nachdem ich in den vergangenen Monaten selbst einige Male „böse auf die Fresse gefallen bin“, weil sich das Übungsszenario mit zu wenig Personal nicht realisieren ließ, musste eine skalierbare Übung her, ein Szenario dass sich mit viel, wie auch mit wenig Personal durchführen lässt. Zugleich sollten alle Kameraden mit ihren unterschiedlichen Qualifikationen eingebunden werden.

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… zum Einsatz fertig

Freitag, Mai 31st, 2013

Bis vor Kurzem war ich der Auffassung, das Feuerwehrleistungsabzeichen (LAZ) sei eine Spielerei für abzeichenjagende Kameraden, dessen Wiederkehr sich jährlich anlässlich der „Kreiseimerfestspiele“ ereignet. Persönlich empfand ich es mehr als Klotz am Bein, denn als Gewinn, kostet es doch vor allem viel Zeit und Nerven, und haftete dem Ganzen doch etwas Folkloristisches an. Der unmittelbare Nutzen wollte sich mir zunächst nicht erschließen, denn das Durchlesen des Szenarios kam mir unrealistisch vor.

technical rescue / technische rettung

Inzwischen habe ich meine Meinung grundlegend geändert. Auch wenn der Ablauf der Leistungsübung nicht ganz die Realität widerspiegelt, konnte ich dem LAZ inzwischen vieles an Positivem abgewinnen.

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Die demografische Dividende

Donnerstag, März 7th, 2013

Seit vergangener Woche bin ich von einem Lehrgang zurück und um eine Erfahrung reicher: Die Führungskräfte in der Feuerwehr werden immer jünger. Es ist ein eigenartiges Gefühl, sich mit 33 Jahren als einer der Opas im Lehrsaal zu fühlen, wenn in der Reihe vor, in der Reihe dahinter, links und rechts daneben Kameraden um Mitte 20 sitzen. (Keinesfalls möchte ich damit zum Ausdruck bringen, dass Kameraden unter 30 nicht für Führungsaufgaben geeignet sind).

Ich denke, meine Feststellung ist eine der ersten Folgen des demographischen Wandels. Das Personal in den Feuerwehren wird knapper und auch die jüngeren müssen immer früher Führungsaufgaben übernehmen. Klar, Altersausreißer nach oben und unten gab es immer, doch, das glaube ich zumindest, nicht so massiv wie derzeit.

Dies und auch die Vorschau in einer Feuerwehrzeitschrift, ließen mich erinnern, dass ich einen halbfertigen Beitrag zum Thema Demografie und Feuerwehr in den Untiefen meiner Dropbox verstauben lasse. Problematisch wird es für mich dann, wenn ich versuche, einen Überblick über die gelesene Literatur zu bekommen. Das war sehr viel. Infolgedessen hat sich mein Meinungsbild verfestigt, eine Ansicht, die nicht jedem gefallen dürfte. Vielleicht ist meine Beobachtung Ansporn, mich endlich wieder diesem Thema und dem Text zu widmen – so aus der Sicht eines „Feuerwehr-Opas“.

Dieser Artikel erschien auch auf feuerwehr-weblog.org.

Seid ihr ehrlich zu euch selbst?

Freitag, November 16th, 2012

Der Funkwecker reist euch aus dem Schlaf, automatisch richtet ihr euch in eurem Bett auf, springt auf den Fußboden, hastet zu eurer Garderobe, zieht euch an, während die Durchsage in eurem Funkalarmempfänger Art der Alarmierung, Ort und weitere Einsatzhinweise durchgibt. Der Puls geht mit dem ersten Ertönen der Fünftonfolge nach oben und die Einsatzmeldung pumpt Adrenalin in euren Körper. Treppe runter, auf dem Rad oder auf den Sohlen zum Feuerwehrhaus, dort angekommen, rüstet ihr euch an eurem Spind aus, greift Helm, Koppel und Jacke und stürzt auf das Fahrzeug. Geschafft, ihr sitzt auf dem Platz eines Atemschutzgeräteträgers, ihr ward ein Ticken schneller als der Kamerad hinter euch. Tja, der schnellere ist der bessere, denkt ihr. Motor an, Fanfaren an, raus aus dem Stall, ab ins Einsatzgetümmel. Hirn dabei?

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