Posts Tagged ‘Geschichte’

„Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler“

Donnerstag, August 27th, 2015

Rezension von Walter M. Miller jr. Lobgesang auf Leibowitz

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Miller schrieb mit dem postapokalyptischen Science-Fiction-Roman „Lobgesang auf Leibowitz“ eine pessimistische Geschichte von Fortschritt und Rückschritt und das sogar im doppelten Sinne: technologisch-anthropologisch und chronologisch. Chronologisch, weil Millers Buch die zyklische Geschichte als Thema hat. Für ihn wiederholt sich die Geschichte immer wieder, wie in einem Kreislauf, der sich als nicht durchbrechbar erweist. Dieser chronologische Zyklus ist eng verwoben mit der Anthropologie und den technischen Errungenschaften der Menschheit, die, einem unausgesprochenen Code folgend, fortwährend zum Nachteil des menschlichen Daseins bis hin zur Apokalypse reicht. Wenn der Fortschritt einen bestimmten Punkt erreicht hat, beginnt, einem Pendel gleich, automatisch der Rückschritt.

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Die Geschichte von drei Generationen

Freitag, Juli 24th, 2015

Ken Follett: Die Jahrhundertsaga-Trilogie

Drei Familien, drei Generationen, drei Länder, Follett beginnt seine Erzählung am Ende des „langen 19. Jahrhunderts“ und endet mit dem Fall der Mauer. Follett führt den Leser durch den Ersten Weltkrieg, die Zeit des Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg bis hin zum Mauerfall und der Wahl Barack Obamas zum ersten schwarzen Präsidenten. Dabei beschreibt er die Sorgen und Nöte, Ansichten und Gedanken, die die Menschen, respektive seine Protagonisten, zu den jeweiligen Zeitpunkten hatten und die ihr Handeln bestimmten. Natürlich überschneiden sich die Lebensgeschichten der Familien vielfach. Die Charaktere befinden sich immer am Puls der Geschichte, sind dort, wo wichtige Entscheidungen fallen. Sie sind Teil der britischen Kriegsregierung, nehmen am Sturm auf den Winterpalast teil, schließen sich dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus an oder sind Teil der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und erleben Ermordung der beiden Kennedys und Kings hautnah mit.

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Faszination Mars: Der rote Planet in der SF-Literatur

Montag, November 10th, 2014

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„Bis zum Jahr 2020 könnten wir auf dem Mars landen“, sagte Apollo-Astronaut Buzz Aldrin einst, auch wenn halbwegs realistische Planungen eher von den 2030er Jahren sprechen. Der Rote Planet, nach dem römischen Kriegsgott benannt, beflügelte sei jeher die Fantasie oder Ängste der Menschen, beginnend mit den beobachteten „Vegetationszonen“ im 18. Jahrhundert bis hin zu Giovanni Schiaparellis „Canali“ die ihn auf intelligentes Leben schließen ließen. Immerhin hielten selbst Wissenschaftler bis in 1960er Jahre hinein zumindest niedriges Leben für denkbar. Diese Gedankenwelt prägte die Science-Fiction-Literatur.

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Historische Bildnisse der Feuerwehren

Montag, Oktober 27th, 2014

Drei neue Bildbände über deutsche Feuerwehren

In der Reihe „Bilder der Feuerwehr“ (Sutton Verlag) sind in den letzten Wochen Bildbände über drei süddeutsche Berufsfeuerwehren erschienen.

Die Augsburger Feuerwehr

Buchcover Die Augsburger Feuerwehr. Älteste Feuerwehr Bayerns1849 gegründet, ist die Augsburger Feuerwehr die älteste Feuerwehr in Bayern und war zeitweise, gemessen an der Zahl ihrer Angehörigen, die größte deutsche Feuerwehr, so der Autor des Bildbandes Friedhelm Bechtel, Pressesprecher und Brandoberinspektor der Berufsfeuerwehr Augsburg. Mit 160 Fotografien aus dem Feuerwehrarchiv und privaten Beständen dokumentiert Bechtel die Entwicklung und Bedeutung der Feuerwehr für die Fuggerstadt. Die beeindruckenden Bildzeugnisse vergangener Zeiten und die zeitgenössischen Abbildungen zeigen das gesamte Einsatzspektrum der Feuerwehr, aber auch Ereignisse abseits des Einsatzalltages, zwischen Wohnungsbrand, Verkehrsunfall, Tierrettung und Interschutz sowie technischer Hilfe für die Augsburger Puppenkiste im Zeitraum von 1898 bis 2014.

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Es liegt in unseren Händen

Freitag, April 26th, 2013

Rezension von Philip K. Dicks Die seltsame Welt des Mr. Jones

Doug Cussick, Agent der Regierung, und seine Begegnung mit dem Hellseher Floyd Jones umspannen die Handlungsstränge des Buches. Der Roman beginnt und endet mit einer Biosphärenkuppel, allerdings als Inversion: Leben im ersten Kapitel genetisch-biologisch an die Venus angepasste Humanoiden in einer Kuppel auf der Erde, retten sich drei Menschen im letzten Kapitel unter eine Kuppel auf der Venus.

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Das überraschende Ergebnis einer “Recherche”

Freitag, April 1st, 2011

Schon mehrfach habe ich hier und auch an andere Stelle darüber geschrieben, dass ich einen Berg an Textfragmenten auf meinem Computer gespeichert habe. Mit Fragmenten meine ich Texte, die ich im Laufe der letzten fünf Jahre erstellt habe, die aber nie über das Entwurf- oder Notizstadium hinausgekommen sind.

Absichtlich mache ich das natürlich nicht, aber jedes Mal verhinderte ein Umstand die Fertigstellung des Textes. Aber soweit will ich nicht ausholen. Ich schreibe derzeit, wie ihr mitbekommen habt, eine kleine Serie über die Geschichte im Feuerwehrfahrzeugwesen, die ihren Ursprung auf dem Besuch der Retro Classics 2011 hat. Das Thema Feuerwehrfarbe, Blaulicht und Folgetonhorn ist auch ein Thema. Nun erinnerte ich mich daran, dass ich nach der Retro Classics 2008 (!) schon einmal einen Text über dieses Thema schreiben wollte.

Den Text habe ich nie veröffentlicht, weil er ja nicht so richtig fertig war. Also dachte ich mir, ich kann die paar Notizen nehmen, und einfach einen kurzen knackigen Text schreiben. Mit wenig Aufwand wollte ich also einen Text in der Mini-Serie platzieren. Ihr ahnt es bestimmt schon. Aus meinem Ansinnen wurde nichts. Ich habe den „Text“ gestern Abend auf meiner Festplatte gesucht und auch gefunden, nur was ich nach dem Öffnen erblickte, versetzte mich ein wenig ins Grübeln, und ließ mein ursprüngliches Vorhaben in den Hintergrund treten: Der Text von 2008 ist nämlich schon zu 80 Prozent fertig! Ich muss eigentlich nur noch ein paar Hinweisen nachgehen, dann wäre ich fertig. Der Grund, weshalb ich an dem Textfragment damals nicht weiterarbeitete, war und ist ziemlich einleuchtend: Mir fehlte der Zugang zu einigen Quellen. In der letzten Woche habe ich aber eine (kostenpflichtige) Quelle aufgetan. Es kann also theoretisch weitergehen. Mit einem schnellen Veröffentlichungstermin ist trotzdem nicht zu rechnen.