Posts Tagged ‘Satire’

Die Brigade des Schreckens

Dienstag, Mai 9th, 2017

… oder wie lange wir in der Zombiecalypse überleben würden

28 Days later, Resident Evil, World War Z. Sie kommen uns holen, bestimmen rotten sie sich im Verborgenen bereits zusammen und wir sitzen hier auf dem Präsentierteller. Schließlich zeigen Kino und Fernsehen die Gefahr in Dauerschleife. Deshalb gibt die Regierung von British Columbia (Kanada) auf Ihrer Webseite Verhaltenstipps für den Fall einer Zombiecalypse – also dem massenhaften Auftreten untoter Gestalten mit zügellosem Appetit – und auch das amerikanische Militär bereit sich auf den Einfall der wiederbeseelten Leichenhorden vor – zumindest wenn es um das Ausbilden der Grundlagen militärischer Planung geht. Das sorgte in der deutschen Presse natürlich vor einiger Zeit für Schmunzeln (z. B. „Kanada bereitet Bewohner auf Zombie-Angriff vor“, „Kanadische Provinz warnt vor Zombie-Attacke“, „Notfalltipps gegen Zombies“) und wer die entsprechenden Textbeiträge weiterliest, der erkennt, dass das popkulturelle Phänomen der Zombies nur Eyecatcher für ein weit wichtigeres Thema ist, oder in den Worten der Regierung von British Columbia: „If you’re ready for zombies, you’re ready for a disaster”.

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Brandbekämpfung 2.0

Montag, Mai 30th, 2016

******Die Nachfolgende satirische Kurzgeschichte wurde von mir am 30. Oktober 2007 im Feuerwehr Weblog unter dem Titel „Brandbekämpfung auf dem Weg in die Zukunft“ veröffentlicht und ist in Teilaspekten mittlerweile von der Realität überholt, wie hier und hier nachzulesen ist. Bis auf kleinere Korrekturen orthografischer und grammatikalischer Art, übernehme ich die Kurzgeschichte unverändert. ******

„Dieses Gerät wird die Arbeit der Feuerwehr revolutionieren“, sagte Apple CEO Steve Jobs auf der diesjährigen Febit – der Feuerwehrausstellung präsentiert von Bitburger -, als er das neue iFeuerwehr vorstellte. iFeuerwehr revolutioniert das Feuerwesen. Durch intuitive Benutzerführung auf einem Touchscreen soll den Feuerwehrmännern die Arbeit erleichtert werden. Auch andere Hersteller, wie Microsoft und Google drängen auf das Gebiet „Feuerwehr 2.0“.

„iFeuerwehr ist kein eigenes Gerät, es beschreibt mehr ein Prinzip“, erklärte Jobs. Mithilfe der sensitiven Touchscreen-Oberfläche und spezieller Software können die Feuerwehrleute Strahlrohre, Pumpen und ganze Löschzüge steuern. So besitzt das iHSR keine mechanischen Teile mehr. Mit Hilfe des QuadCore-Prozessors und 2048 Megabyte RAM, bietet das iHSR drei vorprogrammierte Einsatzszenarien: Vollstrahl, Sprühstrahl und Mannschutzbrause. Apple sieht damit die häufigsten Anwendungsbereiche abgedeckt. Die angereisten Feuerwehrleute und die Fachpresse überschlugen sich in geblendeter Begeisterung.

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Thilo Sarrazin meets The Walking Dead

Montag, November 30th, 2015

Eine neue Mauer steht mitten in Berlin. Nicht in einer fernen Zukunft, sondern im Hier und Jetzt. Eine Mauer, die schwer bewacht ist und an der scharf geschossen wird. Keiner soll rauskommen und keiner soll reinkommen. Das neue Niemandsland, besteht aus den Berliner Problembezirken Kreuzberg und Neukölln, deren Bewohner mit Migrationshintergrund, so heißt es zumindest von den offiziellen Stellen, von einer mysteriösen Krankheit, dem Lazarus-Virus befallen sind und sich – man ahnt es bei Erwähnung von Lazarus – in Untote, in Zombies verwandeln.

Der Journalist Robert Truhs erhält einen mehr als brisanten Hinweis über die Virulenz der Krankheit, nämlich, dass alle – auch Deutsche – an dem Virus erkranken können. Dieses Wissen macht Truhs natürlich zu einem Staatsfeind des unter der Fuchtel des rechten Scharfmachers Sentheim stehenden Berliner Senats, weshalb Truhs sich auf der Flucht befindet – mitten in die K.Z., die Kontrollierte Zone, wie das politische Jargon für das Niemandsland lautet. Natürlich hat Truhs dabei auch ein persönliches Moment in die Zone einzudringen, denn Liebe kennt keine Grenzen – im mehrdeutigen Sinne.

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Unterhaltung für Star Trek Nerds

Donnerstag, April 4th, 2013

“Space: the final frontier. These are the voyages of the starship Enterprise. Its five-year mission: to explore strange new worlds, to seek out new life and new civilizations, to boldly go where no man has gone before.” Falscher Film, nein, Buch, ich meinte natürlich die Abenteuer des Raumschiffs Intrepid, aus John Scalzis Roman Redshirts, die allerdings eine gewisse, und gewollte, Ähnlichkeit mit dem Warp-Boliden aus dem Roddenberryschen Universum hat.

John Scalzi, 1969, im letzten Produktionsjahr von Star Trek – The Original Series, geboren, ist ein amerikanischer Science-Fiction Autor. Seine Schreibtätigkeit begann Ende der 1990er Jahre. Seit 2010 ist er Präsident der “Science-Fiction and Fantasy Writers of America”. Nach eigenen Angaben entstand Redshirts neben dieser Aufgabe. Scalzi selbst meinte zur Vereinbarkeit von Amt und Schriftstellerei: „Man büßt ein Jahr kreativer Produktivität ein.“ Dies mag ein Grund für die Kontroverse über Redshirts sein.

Redshirts ist mehr eine Novelle, die sich inhaltlich wie auch dramaturgisch am Vorbild “Star Trek” orientiert. Es hat rasche Szenenwechsel und eine rasante Story, die, wenn man um die Anlehnung an TOS nicht weiß, störend und irritierend wirken. Gleichwohl stellt man sich beim Lesen eine TOS-Folge bildlich vor.

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