Posts Tagged ‘U-Bahn’

In dieser Welt gibt es keinen Platz mehr für die Menschen

Dienstag, April 12th, 2016

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Rezension von Sergej Moskwins In die Sonne

Ein Stromausfall legt die Nowosibirsker U-Bahnstation Roschtscha lahm und droht das Überleben der Stationsbewohner zu gefährden. Der für die Sicherheit verantwortliche Oberst Kassarin bricht mit einem Expeditionstrupp zur Nachbarstation Marschalskaja auf, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Sie stoßen dort auf einen übermächtigen Gegner und flüchten zurück. Sergei, Kassarins Sohn, verbleibt als Wache mit seinem Kumpel Dron an der Heimatstation. Was zunächst nach Routine aussieht, entwickelt sich zu einer Verbrecherjagd, denn den Stromausfall nutzend, schlägt die Diebin Polina zu. Sergei kann die junge Frau aufhalten und festnehmen, empfindet aber Gefühle für Polina und kann in letzter Sekunde ihre Hinrichtung verhindern, indem er vorschlägt, mit ihr das Stationsbuch der Marschalskaja zu holen, von dem sich Vater Kassarin Informationen über die dortigen Vorfälle erhofft. Den beiden Jugendlichen gelingt es in die Station vorzudringen, außer Knochen finden sie dort keinerlei Lebewesen mehr vor, und abgesehen von einer seltsamen Zeichnung auch kein Stationsbuch. Auf dem Rückweg werden die beiden Zeuge eines Angriffs auf die Roschtscha durch ein seltsames, schwarzes Wesen mit Fangarmen, dem Patronen nichts anhaben können. Polina und Sergei fliehen, während die schwarze Wolke alles Leben an der Station verschlingt. Sergei will die anderen Stationen der Allianz warnen.

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Anarcho-Kommunismus im Tunnel

Donnerstag, März 7th, 2013

Bemerkungen über Sergej Antonows Im Tunnel.

Mit Metro 2033 kreierte der russische Schriftsteller Dmitry Glukhovsky nicht nur eine faszinierende Endzeitwelt, sondern setzte eine Grundidee für ein durchgängiges Universum, in dem inzwischen 24 Bücher von mehreren russischen Autoren, einem britischen und einem italienischen Schriftsteller erschienen sind. Sergej Antonows „Im Tunnel“ ist die neueste, in deutscher Sprache publizierte Geschichte, die, wie in Glukhovskys Büchern, in der Moskauer Metro ihren Handlungsmittelpunkt hat.

Überleben im größten Luftschutzbunker der Welt

Die Welt im Jahre 2033 ist durch die Folgen eines verheerenden, mit Atom-, Bio- und Chemiewaffen geführten Krieges gezeichnet. Die Überlebenden dieser Apokalypse fristen ihr Dasein in den tiefliegenden Tunnels der Moskauer U-Bahn, die auf dem Höhepunkt des „Kalten Krieges“ zum größten Luftschutzbunker der Welt ausgebaut wurde und im Metro 2033-Universum zum Schauplatz einer Anti-Utopie wird, die sich, was das Gebaren der Menschen anbelangt, nur wenig vom präapokalyptischen Leben unterscheidet. Die Oberfläche haben monströse Wesen erobert, die eine ständige Gefahr für die Bewohner der Metro darstellen. Gleichwohl bergen die ausgedehnten Tunnel der Metro ebenso Gefahren – menschliche, wie nicht-menschliche.

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